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Gemütliche Stadt im Bliesgau

Blieskastel. Freudige Nachricht für Blieskastel: Richard Leibinger, Oberbürgermeister von Waldkirch im Schwarzwald, überbrachte Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener (CDU) jetzt telefonisch die Nachricht, dass Blieskastel als erste saarländische Stadt in die Citta-Slow-Vereinigung aufgenommen ist. Citta-Slow (città = ital. Stadt und slow = engl Von Merkur-Mitarbeiter Joachim Schickert

Blieskastel. Freudige Nachricht für Blieskastel: Richard Leibinger, Oberbürgermeister von Waldkirch im Schwarzwald, überbrachte Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener (CDU) jetzt telefonisch die Nachricht, dass Blieskastel als erste saarländische Stadt in die Citta-Slow-Vereinigung aufgenommen ist. Citta-Slow (città = ital. Stadt und slow = engl. langsam) steht hierbei für eine lebenswerte, gemütliche Stadt, die bestimmte Kriterien erfüllen muss. Wie die Blieskasteler Verwaltung mitteilt, war die Stadt Waldkirch am vergangenen Wochenende Gastgeber einer Arbeitstagung des internationalen Citta-Slow-Komitees. Im Zuge dieser Tagung sei von den italienischen Vertretern der internationalen Vereinigung die Urkunde für das neue Mitglied Blieskastel ausgehändigt worden. "Die offizielle Übergabe der Urkunde an die Stadt Blieskastel soll nun im Rahmen einer Feierlichkeit Anfang nächsten Jahres in Blieskastel stattfinden. Blieskastel ist damit das zehnte Mitglied der deutschen Vereinigung der lebenswerten Städte, wie sich die Vereinigung in Deutschland nennt", so Stadtpressesprecher Fredi Brabänder gestern.Die Mitgliedschaft in der Vereinigung der lebenswerten Städte in Deutschland beinhalte auch die Mitgliedschaft in der Internationalen Vereinigung. Citta-Slow sei eine weltweite Vereinigung von Städten, die sich einem gesundem, genussvollem Essen aus heimischen Produkten, der nachhaltigen Stärkung der regionalen Kultur, der Gastfreundschaft, einer sanften und menschlichen Entwicklung der Infrastruktur, dem Erhalt der Landschaft und dem aktiven Umweltschutz verschrieben haben. Waldkirchs OB Richard Leibinger sei Vorsitzender der deutschen Vereinigung. Waldkirch sei 2002 nach Hersbruck (Bayern) als zweite Stadt in Deutschland in die Internationale Vereinigung aufgenommen worden.

Für eine Mitgliedschaft in dieser Vereinigung hatte sich der Stadtrat Blieskastel im Oktober vergangenen Jahres ausgesprochen, weil die Ziele der Citta-Slow-Vereinigung mit den Zielen einer Stadt im Biosphärenreservat Bliesgau weitgehend übereinstimmten. Dies wurde vom internationalen Komitee ebenso gesehen, so dass der Aufnahme in die Vereinigung nichts entgegen stand.

Blieskastels Gewerbevereinsvorsitzende Brigitte Gode hatte sich für die gemütliche Stadt stark gemacht und bereits im April 2010 gegenüber unserer Zeitung erklärt: "Blieskastel ist prädestiniert für diese Idee der Entschleunigung, des genussvollen Verweilens in einer ansprechenden Atmosphäre. Slow City setzt auf Nachhaltigkeit und sanften Tourismus, genau das, was auch der Biosphärenzweckverband verfolgt."



Meinung

Jetzt geht die Arbeit richtig los

Von Merkur-MitarbeiterJoachim Schickert

Glückwunsch Blieskastel, bist Du doch in den erlauchten Kreis der zehn gemütlichen Städte in Deutschland aufgenommen worden, die sich Citta-Slow nennen dürfen. Künftig darf nun auch das Emblem der Vereinigung, die Schnecke, in der Barockstadt überall kriechen. Doch stopp, jetzt fängt die Arbeit erst richtig an, denn die "gemütliche" Biosphärenstadt ist künftig noch stärker gefordert als bisher. Denn die Mitgliedschaft in der Vereinigung ist die eine Seite, die Umsetzung der Idee jedoch harte Arbeit. Gilt es doch, Blieskastel im konservativen Sinne behutsam weiterzuentwickeln. Wenn Blieskastel im Kreis der gemütlichen Städte bestehen will, müssen alle an einem Strang ziehen, damit aus dem Label ein Erfolgsprodukt wird. Arbeitsgruppen aus allen Teilen der Bevölkerung müssen Ideen entwickeln, umsetzen und in die Herzen der Menschen pflanzen, um gemeinsam die Lebensqualität in der Barockstadt zu steigern.

Hintergrund

Hinter Citta-Slow oder Slow City verbirgt sich eine internationale Vereinigung der lebenswerten Städte, gegründet 1999 im italienischen Orvieto. Citta-Slow ist eine Stadt, in der Menschen leben, die neugierig auf die wieder gefundene Zeit sind, die reich ist an Plätzen, Geschäften, Cafés, Restaurants, Orten voller Geist, ursprünglichen Landschaften, faszinierender Handwerkskunst. Wo der Mensch noch das Langsame anerkennt, den Wechsel der Jahreszeiten, die Echtheit der Produkte und die Spontaneität der Bräuche genießt. (Quelle: www.citta-slow.de) ert