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Wettbewerb gestartet
„Gastliche Häuser“ kommen alle drei Jahre auf den Prüfstand

Martina Wagner, Otmar Lenk und Kommissionsleiter Christof Reichert (von vorne) in der Küche der Kneispermühle. Gestern nahm die Kommission „Das Gastliche Haus“ ihre Arbeit auf.
Martina Wagner, Otmar Lenk und Kommissionsleiter Christof Reichert (von vorne) in der Küche der Kneispermühle. Gestern nahm die Kommission „Das Gastliche Haus“ ihre Arbeit auf. FOTO: David Betz
Landkreis. Eine Kommission aus Laien und Experten besucht in den nächsten vier Wochen 52 gastronomische Betriebe in der Region. Von David Oliver Betz

Am Dienstag hat offiziell der 12. Wettbewerb „Das gastliche Haus“ an der Kneispermühle begonnen. Eine Kommission aus Laien und Gastro-Profis nimmt in den kommenden vier Wochen 52 Betriebe unter die Lupe. Wer genug Punkte sammelt und dabei mit „Gut“ oder „Sehr Gut“ abschneidet, darf sich drei Jahre lang „Gastliches Haus“ nennen.Unter den 52 Bewerbern sind in diesem Jahr sechs neue Anwärter. Seit 30 Jahren gibt es die Auszeichnung. Sie wird alle drei Jahre neu verliehen. Wer den Titel „Gastliches Haus“ inne hat, der muss ihn auch verteidigen, sich also alle drei Jahre neu beweisen.

Start für die Kommission war auf der Kneispermühle. Unter die Lupe werden dabei ganz unterschiedliche Betriebe genommen. „Das reicht vom Mehr-Sterne-Hotel bis zur Pfälzerwald-Hütte“, sagt Kommissionsleiter Christof Reichert. „Natürlich fließt in die Bewertung auch ein, um was für einen Betrieb es sich handelt. An ein sehr gutes Lokal oder Hotel stellt man andere Ansprüche als an eine Hütte oder ein Ausflugslokal“, so Reichert weiter.

Bewertet werden viele verschiedene Kriterien: Zunächst einmal zählt der äußere Eindruck. Ist das Haus gepflegt und der Eingangsbereich einladend und freundlich? Wie wird man empfangen und wie ist der Service? Natürlich wird auch bewertet, ob die Gasträume ordentlich eingerichtet sind, ob es sauber ist und wie es um die Hygiene in den Toiletten steht. Genau hingeschaut wird auch in der Küche, an der Theke und in den Lagerräumen. Genau wie bei den Toiletten und Gästezimmern führen hier grobe Mängel sofort zum Ausschluss. „Mit Otmar Lenk, der als Berufsschullehrer für angehende Köche zuständig war, haben wir einen absoluten Fachmann zum Thema Hygiene rund um Speisen, Getränke und Lager“, sagt Reichert. Das helfe den Laien natürlich enorm.



Insgesamt, sagt Reichert, finde man im Landkreis und den zwei Städten Pirmasens und Zweibrücken eine hervorragende und sehr abwechslungsreiche Gastronomie. „Die Auswahl ist da schon enorm. Das ist auch wichtig für den Tourismus. Das Statistische Landesamt sagt: Allein im Landkreis gibt es eine Wertschöpfung rund um den Tourismus von 45 Millionen Euro.“ Deshalb sei es wichtig, diesen Bereich zu fordern und zu fördern. Allerdings sei das alles noch etwas ungleich verteilt: „In Dahn und Hauenstein sind viele Touristen und daher mehr Gastrobetriebe. Im Zweibrücker Land ist es dagegen etwas dünn.“

Die Kommission kommt unangekündigt zu den Betrieben – alles andere sei nicht realistisch, so Reichert. „Die Kneispermühle ist jetzt eben wegen der Auftaktveranstaltung die große Ausnahme. Aber diese wird natürlich genauso kritisch begutachtet, wie alle anderen auch“, verspricht Reichert.

Neben baulichen und hygienischen Gesichtspunkten geht es der Kommission um die Speisen und Getränke. „Wir beurteilen das Speisenangebot, das Preis-Leistungs-Verhältnis und ob mit regionalen Zutaten und Lieferanten gearbeitet wird“, so Reichert. „Aber eine Bewertung der Speisen, wie etwa der Guide Michelin, das wollen und können wir natürlich nicht leisten. Dann wären wir nach den vier Wochen ja kugelrund“, sagt Reichert lachend.

Bonuspunkte gibt es für barrierefreie Gasträume, für ein kinder- und familienfreundliches Angebot, für Energiesparmaßnahmen, für Biergärten, Gästeabende oder auch ob ein Betrieb radfahrerfreundlich ist. Ebenfalls berücksichtigt wird, wenn ein Betrieb bereits als „Qualitätsgastgeber wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet ist.

Die Abschlussveranstaltung mit der Bekanntgabe der „Gastlichen Häuser“ findet im November statt. „In der Hauptsaison wollen wir die Gastronomen damit nicht belästigen. Im November haben die auch die nötige Luft, zu dem Abend zu kommen“, erklärt Reichert. Außerdem erhalten die „Gastlichen Häuser“ einen halbseitigen Eintrag im neuen „Gastronomie-Führer“. Geplant ist, diese Broschüre mit einer Auflage von 60 000 Exemplaren bei der Plaketten- und Urkundenverleihung zu präsentieren.