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Landwirtschaft
Ganster: Die Schweinepest wird kommen

Uwe Bißbort bleibt weiterhin an der Spitze des Kreisbauernverbands Südwestpfalz. Auf unserem Foto gratuliert ihm Landrätin Susanne Ganster.
Uwe Bißbort bleibt weiterhin an der Spitze des Kreisbauernverbands Südwestpfalz. Auf unserem Foto gratuliert ihm Landrätin Susanne Ganster. FOTO: Norbert Schwarz
Winterbach. Der Bauernverband Pirmasens-Zweibrücken hat sich bei seiner Jahreshauptversammlung den langjährigen Vorsitzende Uwe Bißbort im Amt bestätigt und sich mit aktuellen Themen wie der Schweinepest befasst. Von Norbert Schwarz

Uwe Bißbort aus Windsberg, seit seit mehr als einem Jahrzehnt an der Spitze des Bauern- und Winzerverbandes Kreisverband Pirmasens-Zweibrücken zu finden, behält für weitere drei Jahre die Zügel in Händen. Der Vertrauensbeweis bei der schriftlichen Abstimmung ist überwältigend gewesen. Von 34 stimmberechtigten Mitgliedern im Saal der traditionellen Veranstaltungsstätte, dem Landgasthof „Zum Hannes in Winterbach, hatte lediglich ein Mitglied mit Nein gestimmt.

Dieser Vertrauensbeweis galt ebenso für die gleichberechtigten Stellvertreter Christian Glahn und Friedrich Meyer zu Capellen (beide Zweibrücken), die mit 33 beziehungsweise 31 Stimmen in ihren Ehrenämtern bestätigt wurden. „Die Arbeit an der Basis liegt mir weiter am Herzen. Ich will für die landwirtschaftliche Betriebe vor Ort was erreichen. Für das Vertrauen meiner Berufskollegen für diese nunmehr schon zwölfjährige Arbeit an der Spitze des Kreisverbandes bedanke ich mich sehr und ich darf ihnen versichern, dass kritische Töne zur Ehrenamtsarbeit weiterhin gewünscht sind, wenn notwendig. Ich habe schon immer gesagt, dass unsere Streitkultur in unserem demokratischen Land zu den höchsten Gütern überhaupt zählt. Daran wird sich auch künftig nichts ändern. Deshalb bin ich klar gegen die AfD und Deutschland darf sich nicht in jene Ecke bewegen, in die uns manche so gern hätten“, stellte der wiedergewählte Vorsitzende unter dem Beifall der zahlreichen Berufskollegen und Mitglieder fest.

Noch keinen Silberstreif am Horizont sieht der im Ehrenamt bestätigte Bißbort beim Milchpreis. Dieser habe sich zwar im letzten Jahr erholt, befände sich aber seit Jahresbeginn wieder auf Talfahrt. „Ich hoffe allerdings, dass dieser Rückgang nur eine kleine Preisdelle wird.“ Ohnehin seien die Milchbauern in der Region gebeutelt, fand Uwe Bißbort und verwies auf die Vermarktungssituation bei der Hochwald-Molkerei. „Sie ist früher einmal die best auszahlende Molkerei in Deutschland gewesen. Inzwischen gibt es unterschiedliche Auszahlungspreise für die Milchbauern und generell liegt der Preis zwei bis vier Cent pro Liter unter dem Bundesdurchschnitt. Da kann sich jeder ausrechnen, mit welcher Mindereinnahme jeder Milchbauer allein aufgrund dieser Tatsache in Jahr rechnen muss.“ Stabilisierende Maßnahmen seien eingeleitet. Doch vom schon erwähnten „Silberstreif am Horizont“ könnte noch längst keine Rede sein. Was bliebe, sei allein die Hoffnung auf bessere Zeiten.



Dabei stehe schon ein weiteres Schreckgespenst unmittelbar vor der Tür, meinte Uwe Bißbort und leitete zum Szenario über, was passiert, wenn die Afrikanische Schweinepest (ASP) nach Deutschland eingeschleppt wird. „Der Ausbruch der Afrikanische Schweinepest bei den Wildschweinen in Deutschland wird zur Katastrophe nicht allein bei den Schweine züchtenden Landwirten führen. Dann wird der Preis für das Kilo Schlachtgewicht sofort fallen. 20 Prozent der Schweinefleischerzeugung werden inzwischen exportiert. Doch Südostasien, China oder Südkorea werden nicht mal mehr einen Ringelschwanz aus Deutschland abnehmen und das Ventil Export brauchen die landwirtschaftlichen Betriebe unbedingt um überhaupt über die Runden zu kommen.“ Uwe Bißbort machte allen Berufskollegen klar, dass dieser Pestausbruch auf Jahre hin die landwirtschaftlichen Betriebe beuteln wird, denn es dauere mindestens acht Jahre, bis ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung stehe. Die Seuche selbst laufe sich nicht tot, ohne Impfung sei keine Besserung zu erwarten. Der Landrätin Susanne Ganster dankte Ute Bißbort für die eingeleitete Maßnahme und den „runden Tisch“ mit der Jägerschaft. Denn eines sei völlig klar, so der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes: Der hohe Wildschweinbestand müsse auf Biegen und Brechen dezimiert werden.

Landrätin Ganster hatte bereits in ihrem Grußwort die Afrikanische Schweinepest in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt und aufgezeigt, welche Katastrophenmaßnahmen jetzt schon hinter den Kulissen vorbereitet werden. „Wir sind inzwischen an einem Punkt wo es nicht mehr heißen kann die Augen zuzumachen. Die Prognosen sind ernüchtern und lauten, dass die Seuche auch Deutschland und gerade unsere Region mit der Nähe zu Frankreich erreichen wird“, sagte sie. Wegesperrungen und das Errichten von Zäunen könnten Maßnahmen sein und unumstößlich auch die Forderung der Landrätin, den hohen Wildschweinbestand zu dezimieren. Die Jägerschaft sei deshalb mit im Boot und Ganster sicherte der Landwirtschaft die volle Unterstützung in der Sache „Afrikanische Schweinepest“ zu. Viel Lob gab es für die Landwirte im Kreis, in der Region zudem, denn die Landwirtschaft sei auch weiterhin ein wichtiger Leistungsträger im Landkreis.