| 20:43 Uhr

Freispruch für Lehrer

Koblenz. (dpa) Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz hat einen ehemaligen Lehrer vom Vorwurf sexueller Handlungen mit einer volljährigen Schülerin freigesprochen. Damit verliere er nicht seine Pension, teilte jetzt das OVG in Koblenz mit. Das Urteil ist rechtskräftig.

(dpa) Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz hat einen ehemaligen Lehrer vom Vorwurf sexueller Handlungen mit einer volljährigen Schülerin freigesprochen. Damit verliere er nicht seine Pension, teilte jetzt das OVG in Koblenz mit. Das Urteil ist rechtskräftig.

Die Schulaufsicht hatte dem 61-Jährigen vorgeworfen, am Gardasee während einer Abschlussfahrt von Gymnasiasten aus dem Hunsrück eine damals 19-jährige Schülerin sexuell bedrängt und erheblich verletzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach stellte die strafrechtlichen Ermittlungen aber mangels Aussicht auf eine Verurteilung wegen sexueller Handlungen gegen den Willen des Mädchens ein.

Nun erhob die Aufsichtsbehörde ADD (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion) in Trier Disziplinarklage mit dem Ziel, die Pension des inzwischen wegen Dienstunfähigkeit in den vorzeitigen Ruhestand versetzten Pädagogen abzuerkennen. Hier ging es auch um die Frage, ob es überhaupt zu sexuellen Handlungen gekommen war. Das Verwaltungsgericht Trier stufte zunächst eine entsprechende Schilderung der jungen Frau als glaubhaft ein, sprach von einem besonders schwerwiegenden Dienstvergehen und erkannte dem Ex-Lehrer seine Pension ab.



Auf dessen Berufung wies das Oberverwaltungsgericht nun die Disziplinarklage ab, nachdem es auch Aussagen von 18 Zeugen nicht überzeugt hatten. Unter anderem nach Widersprüchen in den Angaben der jungen Frau urteilten die Koblenzer Richter, hier habe der bekannte Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" zu gelten.