| 00:00 Uhr

Frau starb in Wanne: Angeklagter Gatte schildert Tat

Koblenz. Erschütternder Prozessauftakt: Vor dem Landgericht Koblenz hat ein Mann gestern zugegeben, dass er seine Frau getötet hat. Nach Darstellung der Anklage hatte er sie im August 2013 in der Badewanne ertränkt. dpa

Zum Auftakt eines Mordprozesses hat ein 35-Jähriger in Koblenz gestanden, seine Ehefrau getötet zu haben. "Ich habe ihr mit der Hand den Mund zugehalten, und dann hat sie sich nicht mehr bewegt", sagte der Angeklagte gestern vor dem Landgericht. Die Anklage wirft ihm einen Verdeckungsmord vor. Demnach soll er seine Frau im August 2013 in Andernach nach einem Streit erst geschlagen und dann umgebracht haben, um die körperlichen Misshandlungen zu vertuschen. Die Verteidigung spricht von schwerer Körperverletzung mit Todesfolge.

Das Ganze geschah am 11. August 2013 in der früheren gemeinsamen Wohnung der beiden, aus der der Mann nach der Trennung kurz zuvor ausgezogen war. Nach dem Streit soll der Angeklagte seine Frau laut Staatsanwaltschaft körperlich misshandelt und in der Badewanne ertränkt haben. Mit gesenktem Blick und unter Tränen erzählte der Angeklagte gestern, er sei damals in die Wohnung gefahren, um sich mit seiner Frau zu versöhnen. Es sei dort jedoch zum Streit und zu Handgreiflichkeiten gekommen. "Was habe ich nur getan?", fragte er.

Der Verteidiger betonte, sein Mandant habe in der Wanne lediglich sehen wollen, ob seine Frau durch Wasser zu Bewusstsein komme. Ob sie dabei mit dem Kopf untergetaucht sei, daran habe der Angeklagte keine Erinnerung. Laut Rechtsmedizin trat der Tod durch Ertrinken ein. Es seien auch zahlreiche Hämatome am Körper gewesen, die auf Atemnot in Folge von Würgen hinwiesen, aber letztlich sprächen alle Befunde "für das Eindringen von Wasser in die Atemwege", sagte ein Rechtsmediziner. Nach der Tat versuchte der Angeklagte nach eigenen Angaben, sich das Leben zu nehmen. "Die Tat macht ihm sehr zu schaffen", sagte sein Verteidiger.

Die Eltern sowie die Schwester des Angeklagten sagten vor Gericht nicht aus, in den kommenden Wochen sind weitere Zeuge geladen. Angesetzt sind noch fünf weitere Verhandlungstage bis Mitte März.