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Euroclassic-Besucherzahl bricht ein

 Ute Lemper in der Zweibrücker Festhalle. Fotos: Jörg Jacobi/pmz
Ute Lemper in der Zweibrücker Festhalle. Fotos: Jörg Jacobi/pmz
Zweibrücken. Fast 16 Prozent weniger Musikfreunde als im Vorjahr haben das Euroclassic-Festival 2014 besucht. Für Projektleiter Thilo Huble kein Grund zur Beunruhigung. Konzeptionelle Überlegungen seien aber immer anzustellen. Fritz Schäfer

Mit einem ausverkauften Konzert in der Zweibrücker Festhalle endete am vergangenen Samstag das Euroclassic-Festival 2014. 660 Musikliebhaber wollten den australischen Gitarristen Tommy Emmanuel erleben. Insgesamt wurden in diesem Jahr bei dem grenzüberschreitenden Festival bei 25 Veranstaltungen 6652 Besucher gezählt. Das sind rund 1250 weniger als im vergangenen Jahr. Und die Zahl liegt auch rund 900 unter dem Durchschnitt der letzten Jahre.

Die Konzerte mit großen und bekannten Namen wie Emmanuel oder Ute Lemper seien erwartungsgemäß ausverkauft gewesen, sagte der Euroclassic-Projektleiter, Zweibrückens Kulturamtsleiter Thilo Huble, bei der Abschlusspressekonferenz. "Doch wir hätten uns bei einigen kleiner ausgelegten Veranstaltungen ein größeres Besucherinteresse erhofft." An der Kombination von international bekannten Künstlern, gepaart mit "kleinen und feinen Konzerten" hielten die Veranstalter (die Städte Zweibrücken , Pirmasens und Blieskastel sowie die Verbandsgemeinden Zweibrücken Land und Bitscher Land) weiter fest. Huble: "Diese Kombination macht den Reiz des Festivals aus."

"Die Besucherdelle", wie Huble den Rückgang bezeichnete, "gefährdet das Festival und die Attraktivität nicht. Es ist auch kein finanzielles Desaster." Über die engen Grenzen der Kultur in den Städten und Gemeinden sei Euroclassic "ein hochkarätiges Festival, welches das Kulturprofil der Region seit vielen Jahren prägt und auch in Zukunft prägen wird". Als einen Grund für den Rückgang nannte Huble vier Konzerte, die nach dem Motto "Mit allen Sinnen" mit kulinarischen Angeboten kombiniert gewesen seien - somit konnten die Veranstaltungsstätten nicht voll genutzt werden.

"Trotzdem werden sich die veranstaltenden Gemeinden zusammensetzen und das Festival analysieren", kündigte der Projektleiter an. Konzeptionelle und programmatische Überlegungen seien immer anzustellen, um das Festival weiter zu entwickeln. Eventuell auch eine frühere Präsentation des Programms, vielleicht auch nicht mit allen Konzerten und ohne Programmheft.

Im kommenden Jahr steht das Festival unter dem Motto "Helden und Legenden". Eröffnet wird es am Sonntag, 6. September, in der Zweibrücker Festhalle mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Mehr konnte Huble nicht sagen. Ohne feststehenden finanziellen Rahmen könne er nicht mehr sagen. "Wir haben einen Etat und wollen damit ein gutes Programm zusammenstellen."

Zufrieden zeigte sich auch der Pirmasenser Kulturamtsleiter Jörg Meißner, der sicher ist, dass die Veranstaltung "auf hohem Niveau" fortgesetzt werde. In Blieskastel war die A-cappella-Nacht in der Bliesgau-Festhalle mit 432 Besuchern ausverkauft. "Diese Veranstaltung werden wir auch im nächsten Jahr anbieten", kündigte Kulturamtsleiter Harald Becker an. Dazu spielte in Blieskastel Barock eine große Rolle. Von "kleinen aber feinen" Veranstaltungen im Bitscher Land sprach die Präsidentin der Vereinigung Cassin, Christiane Schmitt. Zur Festivaleröffnung kamen 430 Besucher ins Espace René Cassin in Bitsch.

festival-euroclassic.eu

 Ausverkauft war auch das Konzert mit Tommy Emmanuel.
Ausverkauft war auch das Konzert mit Tommy Emmanuel.