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Erster Prozess nach Raubüberfall-Serie läuft

Kaiserslautern. Nach einer Serie brutaler Raubüberfälle auf Privathäuser in der Pfalz und in Rheinhessen müssen sich seit gestern die ersten mutmaßlichen Mitglieder einer Bande vor Gericht verantworten. Die 24 und 28 Jahre alten Männer sollen an einem Überfall in der Nacht zum 31. Dezember 2009 in Enkenbach-Alsenborn im Kreis Kaiserslautern beteiligt gewesen sein

Kaiserslautern. Nach einer Serie brutaler Raubüberfälle auf Privathäuser in der Pfalz und in Rheinhessen müssen sich seit gestern die ersten mutmaßlichen Mitglieder einer Bande vor Gericht verantworten. Die 24 und 28 Jahre alten Männer sollen an einem Überfall in der Nacht zum 31. Dezember 2009 in Enkenbach-Alsenborn im Kreis Kaiserslautern beteiligt gewesen sein. Einer der Angeklagten soll außerdem bei einem Überfall im Oktober 2009 in Monsheim im Kreis Alzey-Worms dabei gewesen sein, damals aber im Fluchtfahrzeug gewartet haben. Für den Prozess vor dem Landgericht Kaiserslautern sind bislang fünf weitere Verhandlungstage vorgesehen. Mitglieder der Bande, die vor allem aus Moldawiern bestehen soll, waren mindestens sechs Mal nachts in Privathäuser eingestiegen und hatte die Bewohner gefesselt, bedroht und zum Teil auch misshandelt, um an Geld und Wertsachen zu kommen. Bei dem Überfall in Monsheim etwa hatten sie einen Bewohner laut Anklage mit einem heißen Bügeleisen gequält. Nach Angaben des Gerichts hatten sie rund 10 000 Euro in dem Haus vermutet und wollten mit Gewalt die Herausgabe des Geldes erreichen. Laut Gericht gab es die 10 000 Euro aber nicht, die Täter flüchteten mit 150 Euro Bargeld. Elf Mitglieder hatte die Bande wohl, gegen sie liegen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern Haftbefehle vor. Der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Bleh sagte, ein Dritter Verdächtiger sitze in Moskau in Haft. Die Staatsanwaltschaft will erreichen, dass er nach Deutschland ausgeliefert und hier vor Gericht gestellt wird. Nach der Überfall-Serie, die wegen der Brutalität der Täter für Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt hatten, hatte eine Sonderkommission die Ermittlungen übernommen. dpa