| 21:42 Uhr

Vögel
Erste Störche kommen Ende Februar zurück

Zwei Weißstörche stehen auf ihrem Horst.
Zwei Weißstörche stehen auf ihrem Horst. FOTO: Sebastian Kahnert / dpa
Mainz. (dpa) Bald klappern sie wieder auf Strommasten und Dächern in Rheinland-Pfalz oder nisten in Wäldern: Die Weiß- und Schwarzstörche kehren aus ihren Winterquartieren zurück. Die ersten Tiere könnten schon Ende Februar wieder da sein, schätzt Michael Schmolz von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR) in Mainz. Das seien dann die Weißstörche, die nicht bis nach Afrika flögen.

(dpa) Bald klappern sie wieder auf Strommasten und Dächern in Rheinland-Pfalz oder nisten in Wäldern: Die Weiß- und Schwarzstörche kehren aus ihren Winterquartieren zurück. Die ersten Tiere könnten schon Ende Februar wieder da sein, schätzt Michael Schmolz von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR) in Mainz. Das seien dann die Weißstörche, die nicht bis nach Afrika flögen.

„Fakt ist, dass viele Störche gar nicht mehr so weit ziehen, weil sie zum Beispiel in Spanien schon gute Bedingungen finden“, erklärte Schmolz. Die Tiere, die dagegen in Afrika überwinterten, machten sich erst im Februar auf den Weg nach Deutschland. Die lange Strecke nach Rheinland-Pfalz werde wahrscheinlich erst im März oder Anfang April geschafft sein.

Vor allem den Weißstorch, auch Klapperstorch genannt, können Rheinland-Pfälzer bald wieder zu Gesicht bekommen. „Der ist ein Kulturfolger, der sich dem Menschen sozusagen angeschlossen hat, während der Schwarzstorch in den Wäldern lebt und kaum gesehen wird“, sagte Schmolz. Weißstörche fühlten sich in den Gebieten entlang des Oberrheins und in der Westpfalz besonders wohl. Ein besonderer Lieblingsplatz sei bei Mainz. „Das Laubenheimer Ried ist schon ein echter Hotspot.“ Während andernorts vielleicht zwei oder drei Paare anzutreffen seien, nisteten im Ried neuerdings um die 20 Paare.



Dort würden sie genau das finden, was sie bräuchten, sagte Schmolz – nämlich Weiher, Wiesen, einige Felder, genug Futter und Strommasten für ihre Nester. Und: Auf der anderen Seite des nahen Rheins gehe es im hessischen Ried gerade so weiter mit „prächtigen Habitaten“. Für Störche müsse die Landschaft abwechslungsreich sein. „Auf einem Maisacker oder einem Weizenfeld findet ein Storch eher nichts zu fressen.“

Anfang der 1970er Jahre war der Weißstorch in Rheinland-Pfalz komplett ausgestorben. Die Wiederansiedlung startete Ende der 1990er Jahre. Inzwischen leben wieder Hunderte der Vögel im Land. Der Verein Aktion Pfalzstorch zählte im vergangenen Jahr 300 Weißstorch-Brutpaare, die zusammen über 550 Junge aufzogen. Laut Schmolz sind es im Schnitt zweieinhalb Junge pro Paar. „Gute Paare haben auch mal vier oder fünf.“ Andere hingegen hätten in einigen Jahren gar keinen Nachwuchs.

Auch der Schwarzstorch sei zwischenzeitlich aus Rheinland-Pfalz verschwunden gewesen. Heutzutage könne er zwar wieder angetroffen werden, sei aber deutlich seltener als sein Verwandter, sagte Schmolz. Der Vogel sei extrem scheu und lasse sich ungern ins Nest schauen. Das erschwere die Brutforschung ungemein. Daher gebe es in seinem Fall nicht so genaue Daten wie beim Weißstorch.

(dpa)