| 22:09 Uhr

Rechtsextremismus
Erneut Demonstrationen in Kandel

Teilnehmer der Demo „Wir sind Kandel“ protestieren im März gegen eine Kundgebung der rechtspopulistischen Initiative „Kandel ist überall“.
Teilnehmer der Demo „Wir sind Kandel“ protestieren im März gegen eine Kundgebung der rechtspopulistischen Initiative „Kandel ist überall“. FOTO: Federico Gambarini / dpa
Kandel. In Kandel gibt es am morgigen Samstag im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod der 15-jährigen Mia erneut drei Demonstrationen. Neben einer rechtspopulistischen Aktion unter dem Motto „Migrationspolitik, Innere Sicherheit“ sei auch eine Versammlung einer linken Gruppierung unter dem Titel „Männerbündnis Kandel“ angemeldet worden, teilte die Kreisverwaltung Germersheim mit. Eine dritte Veranstaltung sei unter dem Motto „Keine Instrumentalisierung bzw. kein Missbrauch des Falls Mia aus Kandel in der Stadt Kandel“ geplant.

In Kandel gibt es am morgigen Samstag im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod der 15-jährigen Mia erneut drei Demonstrationen. Neben einer rechtspopulistischen Aktion unter dem Motto „Migrationspolitik, Innere Sicherheit“ sei auch eine Versammlung einer linken Gruppierung unter dem Titel „Männerbündnis Kandel“ angemeldet worden, teilte die Kreisverwaltung Germersheim mit. Eine dritte Veranstaltung sei unter dem Motto „Keine Instrumentalisierung bzw. kein Missbrauch des Falls Mia aus Kandel in der Stadt Kandel“ geplant.

Zu den Veranstaltungen, die jeweils um 14 Uhr beginnen, würden insgesamt 600 Teilnehmer erwartet – deutlich weniger als bei Demonstrationen in den vergangenen Wochen. Das Bündnis „Wir sind Kandel“, das am 24. März etwa 1200 Menschen gegen eine AfD-Kundgebung mit rund 1000 Teilnehmern mobilisierte, ist nicht dabei. Dabei war es auch zu gewaltsamen Ausschreitungen von Demonstranten aus dem linken Spektrum gegen die Polizei gekommen. Anfang März waren rund 4000 Menschen den Aufrufen zum Teil rechter Gruppen gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung gefolgt, es gab rund 500 Gegendemonstranten.

Nach der tödlichen Messerattacke auf die Schülerin Mia vor drei Monaten haben Rechtsextreme aus ganz Deutschland die 8500 Einwohner zählende südpfälzische Stadt immer wieder zu ihrem Aufmarschgebiet gemacht. Als Täter gilt der Ex-Freund des Mädchens, ein afghanischer Flüchtling, der behauptet, minderjährig zu sein. Als Reaktion auf die Kundgebungen hat sich die Initiative „Wir sind Kandel“ gegründet. Sie wird von zahlreichen Vertretern aus Politik, Kirche, Gesellschaft und Wirtschaft unterstützt.