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Elternbeiträge werden erhöht

Da die Eltern bis zu 25 Prozent der Personalkosten mittragen müssen, sieht sich die Gemeinde gezwungen, die Elternbeiträge für die Kindertagesstätte Peppenkum anzuheben. Foto: Erich Schwarz
Da die Eltern bis zu 25 Prozent der Personalkosten mittragen müssen, sieht sich die Gemeinde gezwungen, die Elternbeiträge für die Kindertagesstätte Peppenkum anzuheben. Foto: Erich Schwarz
Gersheim. Die Erhöhung von Kindergartenbeiträgen ist immer ein hoch sensibles Thema. So auch am Dienstagabend bei der letzten Sitzung des Gersheimer Gemeinderates in diesem Jahr. Der Bürgermeister war überraschend krank geworden, aber der Erste Beigeordnete Wolfgang Endlich meisterte die Aufgabe souverän Von Merkur-Mitarbeiter Erich Schwarz

Gersheim. Die Erhöhung von Kindergartenbeiträgen ist immer ein hoch sensibles Thema. So auch am Dienstagabend bei der letzten Sitzung des Gersheimer Gemeinderates in diesem Jahr. Der Bürgermeister war überraschend krank geworden, aber der Erste Beigeordnete Wolfgang Endlich meisterte die Aufgabe souverän. Worüber wurde diskutiert? Aufgrund von Schätzungen des kommunalen Arbeitgeberverbandes rechnet man mit einer Lohnsteigerung der kommunalen Angestellten im kommenden Jahr um 2,6 Prozent. Dies erläuterte Heiko Rebmann von der Verwaltung, der auch feststellte, man könne "kaum rückwirkend erhöhen". Und da die Eltern bis zu 25 Prozent der Personalkosten mittragen müssen, sieht sich die Gemeinde gezwungen, die Elternbeiträge für die Kindertagesstätte Peppenkum anzuheben. "Moderat", wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Wack meinte: "Wir sind damit immer noch günstiger als die Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft." Die SPD-Fraktionsvorsitzende Christine Streichert-Clivot nannte die Erhöhung "sozial nicht gerechtfertigt". Konkret sollen die Elternbeiträge für die Regelplätze von 79 auf 84 Euro um fünf Euro erhöht werden, die Kosten für die Tagesplätze erhöhen sich von 110 auf 118 um acht Euro, bei den Krippenplätzen werden zukünftig 20 Euro mehr zu zahlen sein, dann 295 Euro.SPD-Gemeinderatsmitglied Stephan Pauluhn sprach von "exorbitanten Steigerungen" und erinnerte daran, dass man im Bürgermeisterwahlkampf die Familienfreundlichkeit der Gemeinde "wie eine Monstranz" vor sich hergetragen habe. Er forderte zumindest einen Kompromiss bei den Krippenplätzen. Die SPD-Fraktion schlug deshalb vor, die Erhöhung der Elternbeiträge auf den kommenden Sommer zu verschieben, dann habe man auch Klarheit über die Lohnzuwächse beim Personal. Dem widersprach Jürgen Wack von der CDU. Man arbeite bereits jetzt schon nicht mehr kostendeckend, bis Sommer sei dann ein noch höheres Defizit aufgelaufen: "Dann müsste die Erhöhung unter Umständen noch stärker ausfallen."

Der Kompromissvorschlag, nur um zehn Euro bei den Krippenplätzen zu erhöhen, erwecke den "Eindruck der Beliebigkeit". August Nagel gab zu bedenken, dass dann "neue" Eltern für das Defizit der Vergangenheit herangezogen würden. SPD-Frontfrau Streichert-Clivot haderte mit dem Berechnungsansatz der Verwaltung, denn danach müssten die Eltern auch die nicht besetzten Plätze in der Tagesstätte mitfinanzieren. Mario Fontana (Die Linke) sprach sich gegen die Erhöhung aus: "Für die Trofeo Karlsberg geben wir 15 000 Euro aus, hier reden wir von 7000 Euro". Horst Schwarz (Grüne) nannte die Erhöhung zwar bedauerlich, aber ansonsten müsse wieder der Steuerzahler einspringen. Die Erhöhung wurde gegen die Stimmen der Linken und der SPD mit den Stimmen der CDU und Horst Schwarz angenommen.