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Prunksitzung im Lambsbachtal
„Dschungelfieber“ in Lambsborn

 Zum Finale sorgten die Spassvöchler für gute Stimmung.
Zum Finale sorgten die Spassvöchler für gute Stimmung. FOTO: Norbert Schwarz
Lambsborn. Der Freizeitclub Lambsbachtal feierte mit seinen Gästen bis nach Mitternacht Fastnacht. Von Norbert Schwarz

Welche Stimmung, was für ein Prunksitzungs-Abend! Fast 50 Akteure des Freizeitclubs „Lambsbachtal“ zogen einmal mehr alle Register der närrischen Unterhaltung und landeten dabei ein ums andere Mal einen Volltreffer. Mehr als 200 Narren im großen Saal des Dorfgemeinschaftshauses waren aus dem Häuschen, angesteckt vom „Dschungelfieber“, dem diesjährigen Prunksitzungsmotto. Bis weit nach Mitternacht ließ sich die Narrenschar fesseln und von den tanzenden, singenden oder großartig parlierenden Bühnenakteuren in den Bann ziehen. 

Prunksitzungen des Freizeitclubs FCL haben eine jahrzehntelange Tradition und in dieser langen Zeitspanne gelingt es Denise Agne immer wieder, zusammen mit ihrem Team mottogemäß einen Narrentempel zu schaffen, in welchem sich Aktive und Gäste gleichermaßen wohlfühlen. Dabei ist es wie die Jahre zuvor ein lieb gewonnenes Unterfangen der närrischen Besucher gewesen, sich gemäß dem Motto passend zu kleiden. So kam Verbandsbürgermeister Eric Emich im khakifarbenen Tropenanzug und fühlte sich mit dem Martinshöher Ortsbürgermeister Hartwig Schneider bei der Affenband pudelwohl.

Im Dschungel konnten sich alle wähnen, ein Blickfang zudem der Riesenkopf eines Elefanten über dem Elferrat. Apropos Elferrat, hier bewahrheitete sich einmal mehr das Sprichwort, wonach der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. Als Sitzungspräsident und Schulbub aus der Lach ist über Jahrzehnte Thomas Bleyer bei den Lamsborner Narren eine feste Größe gewesen, besondere Umstände machten dieses Jahr sein Mitwirken unmöglich. Doch mit seinem in jeder Hinsicht talentierten Sohn Peter wurde diese Lücke nahtlos geschlossen. Als Sitzungspräsident ebenso wie in der Bütt, wo Peter Bleyer sein Talent als Stimmenimitator großartig einzusetzen wusste und als sächselnder „Sieschfried“ mit lebendiger Sexpuppe (Julia Deßloch) die Narrenhalle in ein einziges Tollhaus verwandelte.



Das „Luststillen“ von Sieschfried und Asexa war nicht zu überbieten, sorgte für Freudenausbrüche ungeahnten Maßes. Keine Frage, das Epizentrum der Erotik lag diesmal im Dorfgemeinschaftshaus der Kuckucksdörfler und eignete sich zudem bestens dafür, auch den so geliebten Nachbarn aus Lambsborn-West, den Bechhofern, eins mitzugeben. „Die Bechhofer CDU will 500 Asexas haben. Haare so schwarz wie nur möglich. Luftpumpen benötigen sich hingegen keine, davon gibt es in Bechhofen genügend.“

Diesen großartigen Beiträgen standen Dominik Hinz in altbekannter Manier als „De Lamsborner Heinz Becker“ und später als „E Saarländer“ in nichts nach. Es fehlten weder „Batschkapp“ noch Hosenträger, wer die Augen schloss hatte Heinz Becker leibhaftig vor sich. Eine Kopie des Originals großartig, der Bericht über die „40 Ehejahre“ Genuss pur. Köstlich später sein Gag als „E Saarländer“ mit dem weiteren Sitzungspräsidenten Pascal Agne, welcher sich als deutschlandkundig ausgab. Bei Weinsorten, Fleischgerichten und Vogelarten klappte es problemlos, bei drei CDU-Politikern aus Sachsen-Anhalt musste der Präsident passen. Die lakonisch Feststellung von Hinz kam prompt: „ Do siners halt, nur Ahnung vom Saufen, Fressen und Vöcheln…“

Hubert Jung protokollierte gesanglich einmal mehr das Dorfgeschehen, im Ganzkörper-Affenkostüm sorgte die Herrentanzgruppe für Furore und verausgabte sich vollkommen. Als überzeugende Lebensberater erwiesen sich Kirstin Jung und Pascal Agne, die „Guggus-Jumper“ setzten Kontrastpunkte und brillant über die Bühne wirbelnd das Rope-Skipping-Trio. Der Tanz des Elferrates war wie immer eine Augenweide und die Dschungel-Hitparade mit der schlagfertigen Moderatorin Julia Dessloch, im Affenkostüm versteht sich, brachte auch nach Mitternacht das Narrenvolk zum Toben. Ja, und die Spaßvöchler mit Gesang sind auch wieder mit von der Partie gewesen. Glänzend ihr Gesangsauftritt mit den „Best of“ aus 40 Jahren, nie gefehlt hat Lothar Agne, Karl Gortner nur ein einziges Mal. Für die musikalische Begleitung sorgte die Kapelle „Airport“, schon 28 Jahre sind die Musiker dabei.