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Die Natur fährt in den Mittelpunkt

 Mit dem Konzept "Fahrtziel Natur" will die Mobilitätszentrale Gäste animieren, ohne Auto anzureisen und die Natur vor Ort mit Bus, Bahn, Fahrrad und zu Fuß zu erreichen. Foto: Saar-Pfalz-Bus/Philipp
Mit dem Konzept "Fahrtziel Natur" will die Mobilitätszentrale Gäste animieren, ohne Auto anzureisen und die Natur vor Ort mit Bus, Bahn, Fahrrad und zu Fuß zu erreichen. Foto: Saar-Pfalz-Bus/Philipp
Homburg/Blieskastel. "Die Mobilitätszentrale hat die Bewerbung des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau zur Aufnahme in die bundesweite Kooperation 'Fahrtziel Natur' tatkräftig unterstützt", sagt Markus Philipp, Berater und Projektentwickler bei der Mobilitätszentrale Von Merkur-Mitarbeiter Jürgen Neumann

Homburg/Blieskastel. "Die Mobilitätszentrale hat die Bewerbung des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau zur Aufnahme in die bundesweite Kooperation 'Fahrtziel Natur' tatkräftig unterstützt", sagt Markus Philipp, Berater und Projektentwickler bei der Mobilitätszentrale.Die Zentrale ist eine Kooperation zwischen dem Saarpfalz-Kreis und der Saar-Pfalz-Bus GmbH als regionalem Busunternehmen, ein Unternehmen der DB Region Südwest. Hinter dem "Fahrtziel Natur" verbirgt sich nach Angaben Philipps ein besonderes Konzept der Bahn und der Verbände Verkehrsclub Deutschland (VCD), Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Naturschutzbund (Nabu). Das Naturerbe und die Artenvielfalt langfristig zu sichern sowie umweltfreundliche Mobilität mit Naturerlebnissen zu verbinden, seien die Grundgedanken. Deshalb seien nachhaltige Mobilitätskonzepte in den Partnerschutzgebieten besonders wichtig. Philipp: "Besucher des Schutzgebietes reisen ohne Auto an und erleben die Natur und Kultur vor Ort mit Bus, Bahn, Fahrrad und zu Fuß."

Bisher gibt es bundesweit 19 solcher ausgezeichneten Fahrtziele, die ein eigenes Logo aufweisen. Noch in diesem Monat soll eine Entscheidung über die Saarpfalz fallen.

"Wenn das klappt, steigen wir in die Bundesliga der Naturschutzgebiete auf, die ihren Gästen eine gute Mobilität ohne eigenes Auto ermöglichen", freut sich Philipp, und fügt an: "Nachhaltige Mobilität im Freizeitsektor gerade vor dem Hintergrund des Biosphärenreservates Bliesgau ist ein sehr wichtiges Thema für uns." Dazu zähle auch, dass im Jahr 2009 ein Wanderführer erschien, der Wanderrouten beschreibt, die "mit Bus und Bahn auch am Wochenende machbar sind".



Philipp, zu dessen Aufgaben auch die Kommunikation und Vermarktung des Nahverkehrsangebotes im Kreis zählen, nennt als weiteren Schwerpunkt "die zielgruppenspezifische Kundenansprache".

Dabei komme der Zielgruppe Schüler, auch im "Hinblick auf den demografischen Wandel" eine besondere Beachtung zu. Infostände an Schulen, wie jetzt im Saarpfalz-Gymnasium und im Mannlich-Gymnasium in Homburg oder am Albertus-Magnus-Gymnasium St. Ingbert, an der Gesamtschule Gersheim oder an der ERS Blieskastel verfolgten das Ziel, Eltern und Schüler über Angebot und Tarife im Schülerverkehr zu informieren. Hilfsmittel sind eigens erstellte übersichtliche Schulfahrpläne. Philipp selbst geht in die Schulen und erläutert die Pläne.

Bus-Schulen gehören ebenfalls zu den Bereichen, denen die Mobilitätszentrale Aufmerksamkeit widmet. Philipp: "Die Bus-Schulen sind Sicherheitstrainings mit Schülern der vierten oder fünften Klassen am und im Bus." Die Lernziele sind: sicheres Ein- und Aussteigen, Verhalten im Bus, Überqueren der Straße, Umgang mit Notfalleinrichtungen wie Nothammer oder Feuerlöscher.

Im Jahr 2011 wurden in Gersheim, St. Ingbert und Blieskastel 490 Schüler in 21 Schulklassen geschult. 2012 sei eine Fortsetzung geplant. Neben Kindern und Jugendlichen wolle die Mobilitätszentrale auch die "Zielgruppe Senioren" nicht außer Acht lassen. Philipp hält kostenlose Vorträge zu umweltfreundlicher Mobilität mit Bus und Bahn in Seniorenkreisen und Vereinen mit einer Mindestteilnehmerzahl von 20 Personen. Inhalt dieser Vorträge sind Hintergrundinfos zum Thema Nahverkehr, Linien, Preise, seniorenorientierte Angebote, Fragen und Anregungen zu geben.

Im Jahr 2011 fanden sechs Veranstaltungen mit 135 Personen statt. Markus Philipp: "Das ist noch ausbaufähig. Ich freue mich sehr, wenn ältere Mitbürger sich für Alternativen zum Auto entscheiden und unterstütze das Umsteigen gerne mit Informationen und Tipps."

Neuland hat die Mobilitätszentrale zuletzt im "betrieblichen Mobilitätsmanagement" betreten. Es geht dabei um Kooperationen mit Betrieben in der Stadt Homburg. Job-Ticket für Mitarbeiter in Firmen sei ein gutes Angebot. Philipp: "Wir haben mit Workshops einen Grundstein gelegt, der nun Formen annehmen soll."

saarvv.de

saarpfalzbus.de

saarfahrplan.de

Auf einen Blick

Mobilitätszentrale Saarpfalz-Kreis im Stadtbusbüro St. Ingbert, Tel. (0 68 94) 1 31 23, Öffnungszeiten: montags bis freitags, 8.30 bis zwölf Uhr, montags bis donnerstags, 12.30 bis 17 Uhr.

Telefonischer Kunden-Service der Saar-Pfalz-Bus, Tel. (0681) 41 62 30, montags bis freitags, 7.30 bis 16 Uhr, Info für Fundsachen, Beschwerden und allgemeine Informationen.

Verkehrsverbund SaarVV, Tel. (0 68 98) 5 00 40 00 (Informationen zu Fahrplänen und Tarifen), montags bis freitags, sechs bis 22 Uhr, samtags, sechs bis 20 Uhr, sonntags, zehn bis 18 Uhr. jkn

 Die Mobilitätszentrale setzt spürbar auf Kundennähe, hier am Schalter Christine Marowsky (Mitte) und Markus Philipp (links) im Stadtbusbüro der Saar-Pfalz-Bus. Foto: Saar-Pfalz-Bus/Philipp
Die Mobilitätszentrale setzt spürbar auf Kundennähe, hier am Schalter Christine Marowsky (Mitte) und Markus Philipp (links) im Stadtbusbüro der Saar-Pfalz-Bus. Foto: Saar-Pfalz-Bus/Philipp