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Die Kirche hat ihre Pforten tagsüber geöffnet

Die Martinshöher Kirche gilt als eines der Wahrzeichen der Region.
Die Martinshöher Kirche gilt als eines der Wahrzeichen der Region. FOTO: Norbert Rech
Der „Dom“ der Sickinger Höhe dient beiden Konfessionen als Gotteshaus.

Für die meisten Menschen ist sie der Dom der Sickinger Höhe. Schon von weitem sichtbar ist die Martinshöher Kirche, die als eines der Wahrzeichen der Region gilt. Dabei ist das Gotteshaus noch gar nicht so alt. Vor erst 111 Jahren, am 19. Juni 1907, wurde die Kirche von dem damaligen Bischof Konrad Busch geweiht – so heißt es in den Dokumenten der Kirchengemeinde. Fertiggestellt sei sie allerdings schon drei Jahre früher gewesen. Wegen des schlechten Gesundheitszustandes von Bischof Joseph Ehrler habe aber nur eine vorläufige Segnung und Indienstnahme erfolgen können. Gebaut ist die Pfarrkirche im spätromanischen Stil mit gotischen Anklängen.

Sie ist ausgestattet mit farbenprächtigen Fenstern, deren Motive vom heiligen Martin von Tours handeln. Auch nach außen hin zeigt die Kirche über dem Seiteneingang den Kirchenpatron. In Stein gehauen, ist die berühmte Szene zu sehen, in der Martin mit einem Bettler seinen Soldatenmantel teilt. Im Flügelaltar wird Martin als Bischof dargestellt, mit einer Gans als Erkennungszeichen. Dies erinnert an eine Legende, nach welcher der als Eremit lebend Heilige sich in einem Gänsestall versteckte, um nicht Bischof werden zu müssen. Die Gänse hätten ihn aber durch ihr Geschnatter verraten. So wurde er zum 372 zum Bischof von Tours geweiht. Ihre Zweckbestimmung erfuhren diese Sehenswürdigkeiten allerdings erst durch die Weihe im Jahr 1907.

Der Höhepunkt sei dabei die Weihung des Altars gewesen, in den die Reliquien von Heiligen eingelassen werden. Anschließend wurde der Altar mit einem Tuch bedeckt und auf ihm zum ersten Mal das heilige Messopfer dargebracht, bei dem Christus in den Gestalten von Brot und Wein auf dem Altar gegenwärtig wird. Der Altar seht als Symbol für Jesus Christus.



Die Kirche dient nicht nur den Katholiken als Gotteshaus. In Martinshöhe wird richtige Ökumene zelebriert. Auch die evangelische Kirchengemeinde nutzt das geweihte Gebäude, um dort ihre feierlichen Gottesdienst abzuhalten. Das Besondere an der Martinshöher Kirche ist auch, dass sie für Besucher tagsüber immer offen steht. Das ist in der Region nicht selbstverständlich. So müssen die Touristen anderenorts meist jemanden suchen, der einen Schlüssel hat.

Eine Kirche hätten die Martinshöher Allerdings schon viel früher. Binnen eines Jahres wurde 1750 die kleine Kirche inmitten des damaligen Ortes an der heutigen Zweibrücker Straße (an der Straßenkreuzung in Richtung Schernau) fertiggestellt. Zur eigenen Pfarrei wurde Martinshöhe erst im Jahr 1778 ernannt. Die Innenausstattung der knapp 18 Meter langen Kapelle sei spärlich gewesen. Lediglich ein Leinölgemälde habe sich hinter dem Altar befunden.

Hundert Jahre später war der offene, holzverschachtelte Dachraum marode und wurde undicht, so dass die Martinshöher Katholiken bei Regen in der Kirche ihre Schirme aufspannen mussten. Die renovierungs-bedürftige Kirche verfügte über zu wenige Sitzplätze für die wachsende Bevölkerung im Ort. Die Martinshöher wünschten sich deshalb ein neues Gotteshaus.⇥nob