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Die Grundschule als Notbleibe

Hornbach. Die Stadt Hornbach saniert für 150 000 Euro das Dach und Innenbereiche des Kindergartens, für den die protestantische Kirchengemeinde Hornbach die Trägerschaft übernommen hat. Für die nächsten drei Wochen finden die Kleinen im Alter von zwei bis sechs Jahren in den Räumen der Hieronymus-Bock-Grundschule eine zweckdienliche Bleibe Von Merkur-Mitarbeiter Norbert Schwarz

Hornbach. Die Stadt Hornbach saniert für 150 000 Euro das Dach und Innenbereiche des Kindergartens, für den die protestantische Kirchengemeinde Hornbach die Trägerschaft übernommen hat. Für die nächsten drei Wochen finden die Kleinen im Alter von zwei bis sechs Jahren in den Räumen der Hieronymus-Bock-Grundschule eine zweckdienliche Bleibe. Kirchengemeinde, Stadt Hornbach und Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land ziehen an einem Strang, weil das Wohl der Kleinen im Vordergrund steht."Wir bekommen von allen Seiten Unterstützung, gemeinsam werden wir die Situation meistern", sagt Kindergartenleiter Tilmann Feitt. Der komplette dreigruppige Kindergarten ist mitsamt des zehnköpfigen Teams in Klassenräume umgezogen. "Kindergarteneltern haben uns dabei tatkräftig unterstützt und wenn es wieder zurück in unsere frisch renovierte Einrichtung geht, werden die Helfer erneut zur Stelle sein", sagt Feitt, der das Zupacken der Eltern nicht hoch genug loben kann. Klassenräume der ersten und dritten Klasse sind jetzt Gruppenräume, für die Jüngsten des Hortes wurden geeignete Schlafräume eingerichtet, der Speisesaal, den sonst die Ganztagsschüler der Hornbacher Grundschule nutzen, steht den Kleinen des Kindergartens zur Verfügung. "Wir improvisieren, machen aus der Not eine Tugend, aber das klappt prima, weil jeder jedem hilft", sagt Erzieherin Eva Abel, die mit ihrer Regelgruppe vor der Klassentafel der Erstklässler auf dem großen Spielteppich sitzt und mit den Kindern eine Legolandschaft aufbaut.

"Natürlich sind wir froh, dass das alles so reibungslos über die Bühne geht", sagt Stadtbürgermeister Reiner Hohn, der die Notwendigkeit der Kindergartensanierung nach den Wasserschäden im Winter plastisch beschreibt: "Das sah ja aus wie in einer Tropfsteinhöhle." Hohns Dank geht auch an die Kindergarteneltern, die Verständnis für die Situation des Einrichtungsträgers und der Stadt Hornbach hatten, die alles finanzieren muss. "Das Zugeständnis der Eltern und der Kirche als Einrichtungsträger, die Sanierung auf die Ferienzeit zu verschieben, hilft mit, Kosten zu sparen, dafür sind wir bei der gegenwärtigen Finanzknappheit schon dankbar." In der Grundschule spielen, singen, tanzen und hüpfen zu dürfen, ist für die Kinder generell ein Erlebnis. Vor allem für jene, die nach den großen Ferien ohnehin in die Hieronymus-Bock-Grundschule gehen, wie etwa die sechsjährige Mia Genova: "Ich finde es hier toll, ich kann mich schon richtig eingewöhnen". "Kindergarten-

eltern haben uns tatkräftig unterstützt"



Einrichtungsleiter Tilmann Feitt