| 00:00 Uhr

Die große Wanderung hat begonnen

Mainz. Der jährliche Weg zu ihren Laichgewässern ist für Frösche und Kröten gefährlich. Damit die Tiere nicht unter die Räder kommen, haben ehrenamtliche Helfer erste Schutzzäune errichtet. dpa

In Rheinland-Pfalz hat die alljährliche Wanderung der Amphibien begonnen. Wegen des milden Winters in diesem Jahr sind die Tiere früher als sonst unterwegs, wie der Naturschutzbund Rheinland-Pfalz berichtet. So hätten sich beispielsweise im Rhein-Lahn-Kreis die Kröten auf den Weg zu ihren Laichgewässern gemacht, sagte die ehrenamtliche Helferin Heike Bauer. Seit Mitte Februar sei im Kreis die Straße zwischen Cramberg und Wasenbach komplett gesperrt, um die Tiere zu schützen. Ansonsten gebe es nur Tempobeschränkungen. "Viele Fahrer nehmen gar keine Rücksicht darauf", kritisiert Bauer.

Dabei erfüllen die Amphibien wichtige Aufgaben in der Natur und vertilgen beispielsweise Schnecken, wie Reinhold Löffel, ein freiwilliger Helfer am Standort Wöllstein im Kreis Alzey-Worms, erklärt. In Deutschland gibt es laut Naturschutzbund (Nabu) insgesamt 20 Amphibienarten. Wo sie sich zu Hause fühlen, hängt von vielen Umweltfaktoren ab. In Rheinhessen gebe es überwiegend Erdkröten, die sich in Gärten, Waldstücken und Feldern aufhalten.

Bei milden Temperaturen verlassen die Amphibien ihr Winterquartier, um ihren Laich an einem geeigneten Gewässer abzulegen. "Die Krötenzäune wären nicht nötig, wenn die Landschaft nicht durch Straßen zerschnitten wäre", sagt Jonas Krause-Heiber vom Nabu-Standort Westerwald. Der Mensch schaffe eine Barriere in der Natur. Da die Amphibien relativ langsam unterwegs seien, würden sie leicht überfahren.

In Bad Sobernheim im Kreis Bad Kreuznach hat die Amphibienwanderung noch nicht begonnen, wie Tierschützer Rolf Model berichtet. "Erst wenn die Temperatur zwischen sieben und zwölf Grad Celsius liegt und es feucht ist, fangen sie an zu wandern." Vorsorglich haben die Helfer aber auch dort schon Amphibienzäune am Straßenrand aufgebaut. Sobald die ersten Tiere kommen, werden sie zur anderen Straßenseite getragen. "In den letzten zwanzig Jahren haben wir über 120 000 Amphibien gerettet", sagt Model.