| 22:13 Uhr

Deutsche Mosel komplett gesperrt

 Das Binnenschiff Gotthard fuhr am vergangenen Sonntag in die vereiste Kammer der Koblenzer Moselschleuse. Foto: dpa
Das Binnenschiff Gotthard fuhr am vergangenen Sonntag in die vereiste Kammer der Koblenzer Moselschleuse. Foto: dpa
Koblenz. Wegen der anhaltenden Kälte ist der gesamte deutsche Abschnitt der Mosel gestern für die Schifffahrt gesperrt worden. Das teilten das Hochwassermeldezentrum in Trier und die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest in Mainz mit. Das Eis sei nun teilweise bis zu 15 Zentimeter dick

Koblenz. Wegen der anhaltenden Kälte ist der gesamte deutsche Abschnitt der Mosel gestern für die Schifffahrt gesperrt worden. Das teilten das Hochwassermeldezentrum in Trier und die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest in Mainz mit. Das Eis sei nun teilweise bis zu 15 Zentimeter dick. Wenn das trockene Winterwetter mit den teils strengen Nachtfrösten anhalte, werde sich die Lage weiter verschärfen, teilte das Hochwassermeldezentrum mit. "Ich gehe davon aus, dass sich in dieser Woche nichts mehr bewegt", sagte ein Sprecher der Wasser- und Schifffahrtsdirektion. An der Saar wurde die Schifffahrt ebenfalls teilweise eingestellt. Allein im Bereich des Wasser- und Schifffahrtsamtes Koblenz warten rund 40 Schiffe auf Weiterfahrt, wie der Leiter Günther Werner sagte. Am Sonntag war zunächst der Abschnitt bis Fankel gesperrt worden. Später wurden die Sperrung bis nach Zeltingen, dann bis nach Wintrich und schließlich bis zur Grenze nach Frankreich ausgeweitet. Die Mosel ist zwischen Trier und Koblenz rund 200 Kilometer lang - es gibt auf der Strecke zehn Schleusen. Der Fluss gehört zu den meist befahrenen staugeregelten Binnenwasserstraßen in Europa. Jährlich passieren rund 16 Millionen Gütertonnen die Eingangsschleuse Koblenz. In Koblenz versuchen laut Werner drei Eisbrecher zumindest die Wasserfläche zwischen den Wehren freizuhalten, damit das Eis bei steigenden Temperaturen in den Rhein abfließen kann. Es werde zudem versucht, die vereisten Schleusentore wieder gängig zu machen, um die Schifffahrt bei milderen Temperaturen möglichst schnell wieder aufnehmen zu können. Die Mosel sei auch deshalb gesperrt worden, weil die Schleusen großen Kräften durch das Eis ausgesetzt seien und Schaden nehmen könnten. Doch auch auf dem Fluss selbst könnten die Schiffe nicht mehr fahren. Von dem Eis gehe aber keine Gefahr für die Schiffe aus. "Sie sind stark genug gebaut", meinte Werner. Die Mosel bei Trier war zunächst nicht so stark von Eis betroffen. Dies hänge mit den französischen Kraftwerken - vor allem mit dem Atomkraftwerk Cattenom (Region Lothringen) - zusammen. "Die Kraftwerke heizen das Wasser auf", sagte Werner. Nach seinen Angaben gab es zuletzt 1997 eine ähnlich starke Eisfläche auf der Mosel. Die Mosel ist zwischen Trier und Koblenz rund 200 Kilometer lang. Sie gehört zu den meist befahrenen staugeregelten Binnenwasserstraßen in Europa.