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Denkmalschützer Gottfried Kiesow mit 80 Jahren gestorben

Bonn. Der Mitbegründer und langjährige Vorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Gottfried Kiesow, ist tot. Der 80-Jährige sei nach schwerer Krankheit gestern in Wiesbaden gestorben, teilte die Stiftung in Bonn mit. Kulturstaatsminister Bernd Neumann würdigte ihn als einen der herausragenden Denkmalpfleger in Deutschland

Bonn. Der Mitbegründer und langjährige Vorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Gottfried Kiesow, ist tot. Der 80-Jährige sei nach schwerer Krankheit gestern in Wiesbaden gestorben, teilte die Stiftung in Bonn mit. Kulturstaatsminister Bernd Neumann würdigte ihn als einen der herausragenden Denkmalpfleger in Deutschland. Er habe sich für den Erhalt von "bedeutenden Baudenkmälern als ganz wesentlichem Teil unserer kulturellen Identität verdient gemacht", erklärte der CDU-Politiker in Berlin.Kiesow hat die Stiftung als Bürgerstiftung vor über 25 Jahren mit besonderem persönlichem Engagement aufgebaut und maßgeblich mitgeprägt. Er machte sich besonders um seine Wahlheimat Hessen und den Wiederaufbau von Altstädten in Ostdeutschland nach dem Mauerfall, vor allem Görlitz, Wismar und Stralsund, verdient.

Der Sohn eines Pfarrers kam 1931 in Alt Gennin im Landkreis Landsberg zur Welt. Er studierte in Göttingen Kunstgeschichte, Geschichte und Archäologie. Seit 1966 bis zu seiner Pensionierung arbeitete er als Landeskonservator in Hessen. 1985 gründete er die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit, deren Vorsitz er bis 2010 innehatte. Seitdem stand er dem Kuratorium vor. Diese Tätigkeiten "machten ihn zum wohl bekanntesten Fürsprecher des baulichen Erbes in Deutschland", sagte Rosemarie Wilcken, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Besonders aktiv war Kiesow in Ostdeutschland. Hier engagierte er sich seit dem Mauerfall im Jahr 1989 für den Erhalt der norddeutschen Backsteingotik. Eines der Hauptprojekte seiner Stiftung war der Wiederaufbau der St.-Georgen-Kirche in Wismar. dapd



Foto: Deck/dpa