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Dauerfeuer aus den Blitzgeräten

Mainz. Beim bundesweiten Blitz-Marathon sind auch der Polizei in Rheinland-Pfalz wieder viele Auto- und Motorradfahrer in die Falle gegangen. Zwischenergebnisse zeigen aber auch: Mancher Fahrer hat mal lieber den Fuß vom Gas genommen. Agentur

Beim dritten bundesweiten Blitz-Marathon hat die Polizei auch in Rheinland-Pfalz bei Tempokontrollen zahlreiche Raser erwischt. Im Bereich des Polizeipräsidiums Rheinpfalz bretterte ein Autofahrer nach Angaben des Innenministeriums gestern mit 71 Stundenkilometern durch eine Tempo-30-Zone. Das Polizeipräsidium Mainz meldete einen Fahrer, der 33 Stundenkilometer zu schnell an einem Kindergarten vorbeifuhr. Unterm Strich berichteten die Polizeipräsidien im Land bis zum gestrigen Mittag von Blitz-Quoten zwischen 2,6 und 4,9 Prozent bei den kontrollierten Fahrzeugen. Im Schnitt seien das weniger als an üblichen Tagen.

"Der Großteil der Verkehrsteilnehmer hält sich an die vorgegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen", erklärte Innenminister Roger Lewentz (SPD ). "Wenn wir es heute schaffen, dass ein schwerer Unfall verhindert wird, haben wir auch schon was erreicht", sagte der aktuelle Chef der Länder-Innenministerkonferenz der Deutschen Presse-Agentur.

In Rheinland-Pfalz waren mehr als 500 Polizisten und Mitarbeiter von Kommunen an 346 Messstellen im Einsatz. Die Blitzer-Standorte waren vorab im Internet veröffentlicht worden, Bürger hatten Vorschläge für sie eingereicht. Erstmals machen 21 weitere europäische Länder bei der Aktion mit, darunter die Nachbarländer Niederlande, Belgien und Luxemburg.

Gleich nach Beginn des Blitz-Marathons um sechs Uhr am Morgen registrierten die Beamten schon Temposünder, zum Beispiel auf einer Straße in Gensingen im Kreis Mainz-Bingen. Die Verkehrsdirektion der Polizei Koblenz sprach allerdings von einer ruhigen Lage. "Dieses Jahr strengt sich wirklich jeder an, sich an die Geschwindigkeit zu halten."

In Deutschland starben im vergangenen Jahr 3350 Menschen bei Verkehrsunfällen, meist wegen zu hoher Geschwindigkeit. In Rheinland-Pfalz kamen im vergangenen Jahr 175 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Die Deutsche Polizeigewerkschaft Rheinland-Pfalz zeigte sich allerdings skeptisch angesichts sporadischer Aktionen wie dem Blitz-Marathon.

Die Raser-Jagd, die zum dritten Mal in ganz Deutschland lief, sollte eigentlich 24 Stunden dauern. Wegen der Trauerfeier für die Opfer der abgestürzten Germanwings-Maschine an diesem Freitag endet sie aber schon um Mitternacht.

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Am RandeDutzende Temposünder sind am Tag des europäischen Blitz-Marathons in Luxemburg geblitzt worden. Bei einer größeren Kontrolle an der Autobahn A 13 nahe Frisingen im Kanton Esch an der Alzette seien bis zum Mittag 41 Fahrer zu schnell gewesen, teilte die Polizei gestern mit. dpa