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Das Warten hat sich gelohnt

Zweibrücken. Lange mussten sich die Karteninhaber auf das Musical Hair in der Zweibrücker Festhalle gedulden. Denn mit genau zwei Monaten Verspätung öffnete sich am Freitagabend der rote Vorhang im Heinrich-Gauf-Saal für diese Aufführung. Grund für die Verschiebung war eine Tourneeverlängerung in England Von Merkur-Mitarbeiter Marco Wille

Zweibrücken. Lange mussten sich die Karteninhaber auf das Musical Hair in der Zweibrücker Festhalle gedulden. Denn mit genau zwei Monaten Verspätung öffnete sich am Freitagabend der rote Vorhang im Heinrich-Gauf-Saal für diese Aufführung. Grund für die Verschiebung war eine Tourneeverlängerung in England. Nicht genug bekommen konnte auch das Publikum in Zweibrücken (Einzelne mit Blumenschmuck in den Haaren): Denn das Londoner Ensemble lieferte eine beeindruckende Show ab.Das Rock-Musical Hair, das seinen Ursprung in Amerika hat und zur Zeit des Vietnamkriegs auf die Bühne kam, gilt als eines der erfolgreichsten überhaupt. Das nicht nur wegen der bekannten Lieder wie "Age of Aquarius" (Zeitalter des Wassermanns), das für viele Musicalfans den Status einer Hymne hat. Mit überschwänglich farbenfrohen Kostümen und spritzigen Choreografien war es ein durchweg schwungvolles Erlebnis. Es erzählt die Geschichte vom Heranwachsen einer eigenen Gesellschaft im Zeitalter des Wassermanns, für die die Ideale Freiheit, Frieden und eine Welt ohne Gewalt die höchste Bedeutung haben - die Flower-Power-Generation, die Blumenkinder, die in Kommunen zusammenleben und offen mit Sex und Drogen umgehen. Ein ständiges wuseliges Treiben war auf der Bühne zu beobachten, Musikalität und Schauspieltalent der Darsteller ließen es nie langweilig werden.

Begleitet wurden die Darsteller von einer Liveband, die im Hintergrund platziert war, unter der musikalischen Leitung von Karel Albrecht. Bei all der Freude und der heiteren Momente, die das Stück verbreitet, ist es doch ein sehr ernstes. Denn an zwei Hauptcharakteren, dem Zauderer Claude (Lee Honey Jones) und dessen Kontrastgestalt, der Ideal-Hippie Berger (Winston Hillyer) werden die Schwierigkeiten und Verführungen des Lebens deutlich. Während sich Berger der bestehenden Gesellschaftsordnung ganz versagt, erliegt sein Gegenspieler den Erwartungen der Umwelt und den Halluzinationen seiner LSD-Trips. Er tritt schließlich der Armee bei und wird dadurch für seine Flower-Power-Freunde unsichtbar - ein symbolischer Tod. Doch im Abgesang der letzten Szene führten die Hippies ihre gesponnenen Gedanken von einer friedlichen Welt und der idealen Humanität weiter.