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Verkehrswege
Dampf machen bei der Bahn-Elektrifizierung

3000 Kilometer Schienennetz mehr sollen in Deutschland bis 2025 elektrifiziert werden. Auch Rheinland-Pfalz will sich dafür einsetzen.
3000 Kilometer Schienennetz mehr sollen in Deutschland bis 2025 elektrifiziert werden. Auch Rheinland-Pfalz will sich dafür einsetzen. FOTO: dpa/dpaweb / Oliver Stratmann
Mainz. Auf fast der Hälfte des Bahnnetzes in Rheinland-Pfalz fahren Elektro- statt Diesel-Loks. Verbände dringen auf den Ausbau auch zugunsten der Umwelt. Die Landesregierung sieht den Bund am Zug.

Wer in Rheinland-Pfalz Bahn fährt, ist noch überwiegend auf Strecken mit Diesel-Loks unterwegs. Rund 42 Prozent des Netzes sind nach Angaben des Bündnisses Allianz pro Schiene elektrifiziert – das sind nach jüngsten Zahlen 841 von 1982 Kilometern. Die Große Koalition will mit einer Förderinitiative 70 Prozent des Schienennetzes in Deutschland bis 2025 elektrifizieren – das wären etwa 3000 Kilometer mehr als derzeit. Bisher sind rund 60 Prozent ausgebaut. Die rheinland-pfälzische Landesregierung will sich für eine Elektrifizierung einsetzen, sobald der Bund sein Förderprogramm umsetzt.

Die Allianz Pro Schiene – ein Bündnis aus Autoclubs, Umwelt- und Fahrgastverbänden, Gewerkschaften, Hochschulen und Berufsorganisationen – sieht mehr Vorteile in elektrifizierten Strecken. „Diesel-Loks sind nicht so umweltfreundlich wie Elektro-Loks“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, der Deutschen Presse-Agentur. Die E-Loks seien außerdem leistungsfähiger und könnten schneller beschleunigen als Dieseltriebzüge.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hofft, dass die Bundesregierung den Ausbau antreibt. Der Vize-Landesvorsitzende Michael Carl forderte die Landesregierung auf, schnell zu reagieren, damit andere Länder ihr nicht zuvorkommen. Bayern und Baden-Württemberg hätten bereits Konzepte präsentiert.



Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bereits Pläne, welche Strecken profitieren könnten: die Eifelstrecke Köln – Trier, die Alsenz-Strecke Bingen – Hochspeyer, Strecken in der Südpfalz wie Neustadt/Weinstraße – Wörth, die Lahntalstrecke Koblenz – Gießen (Hessen) und auf der Nahestrecke der Lückenschluss Gau-Algesheim – Neubrücke. Einige Vorschläge wie Neustadt – Wörth und Koblenz – Limburg decken sich mit denen des BUND.

„Größere Infrastrukturmaßnahmen wie die Elektrifizierung von Bahnstrecken sind ohne ein Bundesprogramm nicht möglich“, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums. Mit Landesmitteln könnten aber allenfalls kurze Abschnitte umgerüstet werden – zum Beispiel die Strecke Türkismühle – Neubrücke 2014. Eine Förderinitiative des Bundes und konkrete Angaben zu Bahnstrecken gebe es bisher nicht.

(dpa)