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Burger-King-Überfall: Tumulte zum Prozessbeginn

Saarbrücken/St. Ingbert. Verstärkte Sicherungsmaßnahmen im Gericht und Taschenkontrollen am Eingang des Verhandlungsraums waren nötig, als am vergangenen Freitag der Prozess gegen zwei 24 und 22 Jahre alte Männer begann, die sich vor der Jugendkammer des Saarbrücker Landgerichts wegen schweren Raubes und Körperverletzung verantworten müssen

Saarbrücken/St. Ingbert. Verstärkte Sicherungsmaßnahmen im Gericht und Taschenkontrollen am Eingang des Verhandlungsraums waren nötig, als am vergangenen Freitag der Prozess gegen zwei 24 und 22 Jahre alte Männer begann, die sich vor der Jugendkammer des Saarbrücker Landgerichts wegen schweren Raubes und Körperverletzung verantworten müssen. Wegen zahlreicher Beleidigungen und Unmutsbekundungen aus dem vollen Zuhörerraum musste der vorsitzende Richter drohen, jeden des Saales zu verweisen, der eine Aussage kommentiert.

Beide Angeklagte sollen am 23. Januar die St. Ingberter Filiale der Fast-Food-Kette Burger-King überfallen haben. Gegen halb vier Uhr morgens stürmten sie mit vorgehaltenen Pistolen den Gastraum und dirigierten die Schichtführerin zum Bürotresor. Der jüngere Angeklagte soll das Bargeld entnommen und in eine Sporttasche gepackt haben. Das Geld einer noch nicht abgerechneten Kassenbox auf dem Schreibtisch wurde ebenfalls in die Tasche gefüllt. Die Beute soll 20 000 Euro betragen.

Der ältere der Angeklagten soll außerdem an der Vorbereitung eines Raubüberfalls auf ein Juweliergeschäft in Riegelsberg beteiligt gewesen sein. Er wurde vom Chef einer Bande junger Männer, die insbesondere Spielotheken überfielen, angeworben. Mehrfach wurden das Geschäft und mögliche Fluchtwege ausgekundschaftet. Der Überfall sollte noch vor Weihnachten 2011 stattfinden. Es kam jedoch nicht dazu, weil einer der Täter zuvor verhaftet wurde; er war an einem Überfall auf eine Spielothek in Völklingen beteiligt.



Im Prozess im Saarbrücker Landgericht schweigen die Angeklagten. Belastet werden sie von einer jungen Frau, der ehemaligen Freundin des 24-jährigen Angeklagten. Sie wusste von verschiedenen Straftaten und wollte sich von ihm trennen. Die 22-Jährige berichtete, sie sei von ihm in ein Waldstück gelockt worden. Dort habe er sie geschlagen, zu Boden geworfen und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Erst im Krankenhaus sei sie wieder zu Bewusstsein gekommen. Später habe sie erfahren, dass der Angeklagte einen Krankenwagen bestellt habe. Die Frau hat Angst, sie kanndem Täter nicht gegenübertreten. Ihre Vernehmung fand als Videoschaltung in einen Nebenraum des Gerichts statt. Der Prozess wird fortgesetzt. jht