| 17:11 Uhr

Bluttat in Köllerbach
Rätseln über die Todesschüsse von Köllerbach

 Großeinsatz nach der Bluttat in Köllerbach am Donnerstagabend: Nach den tödlichen Schüssen auf einen Masseur war die Hauptstraße stundenlang gesperrt.
Großeinsatz nach der Bluttat in Köllerbach am Donnerstagabend: Nach den tödlichen Schüssen auf einen Masseur war die Hauptstraße stundenlang gesperrt. FOTO: BeckerBredel
Püttlingen. Eine Bexbacherin soll in Köllerbach einen Mann heimtückisch umgebracht haben. Davon geht die Staatsanwaltschaft aus. Die Taverdächtige sitzt mittlerweile in U-Haft. Von Matthias Zimmermann

Welches Motiv steckt hinter der Bluttat, bei der am Donnerstagabend ein Mann im Püttlinger Stadtteil Köllerbach umgekommen ist? Auch am Tag nach den Todesschüssen ist der Grund unklar. Denn die mutmaßliche Täterin schweigt, wie Stephan Laßotta, Pressesprecher beim Landespolizeipräsidium in Saarbrücken, sagt. Die Ermittlungen gehen weiter.

Die Schreckenstat hatte sich am Donnerstag gegen 19.30 Uhr zugetragen. Nach bisherigem Kenntnis­stand der Fahnder soll eine 57 Jahre alte Frau ihrem Opfer vor dessen Massagepraxis in der Köllerbacher Hauptstraße aufgelauert haben. Als der 46-Jährige das Haus verließ, drückte die Bexbacherin ab. Mehrmals zielte sie auf ihn, worauf der Saarwellinger tot zusammenbrach. Die wenig später alarmierten Notärzte und Sanitäter konnten dessen Leben nicht mehr retten.

Bis tief in die Nacht waren Spezialisten der Kriminalpolizei am Tatort, um Spuren zu sichern. Über Stunden blieb dafür die Hauptverkehrsachse durch Köllerbach weiträumig gesperrt, die Freiwillige Feuerwehr unterstützte die Polizei.



Noch in der Nacht musste die Beschuldigte zum Verhör zur Polizei in die Landeshauptstadt. Sie hatte sich von Beamten der Völklinger Polizeiinspektion widerstandslos festnehmen lassen. Sie waren als erste am Tatort gewesen. Die Ermittler fanden die Frau auf der Straße sitzend vor, eine Pistole neben ihr liegend.

Die Leiche des Masseurs kam zur Gerichtsmedizin an der Universitätsklinik nach Homburg, um die tatsächliche Todesursache klären zu lassen. Am Freitagnachmittag dann gaben die Fachleute ihr Obduktionsergebnis bekannt: Der Mann starb, wie von Ermittlern bereits vermutet, unmittelbar an den Folgen der Schussverletzungen.

Polizeisprecher Laßotta machte indes auf Nachfrage keine Angaben darüber, wie viele Schüsse abgefeuert wurden und welcher letztlich für den Tod ausschlaggebend war. Er nannte dafür ermittlungstaktische Gründe. Zeugen hatten direkt nach der Tat von vier Schüssen berichtet, die sie gehört haben wollen.

Nach SZ-Informationen handelt es sich bei der mutmaßlichen Täterin um eine Sportschützin. Laßotta bestätigte, dass sie einen Waffenschein besitzt. Ob sie die am Tatort gefundene Waffe hätte haben dürfen, werde zurzeit ermittelt.

Das Opfer und die Beschuldigte kannten sich offensichtlich schon seit geraumer Zeit. Sie sollen sogar vor einigen Jahren ein Paar gewesen sein, sagt Laßotta. Danach trennten sich ihre Wege.

Unterdessen ermittelt die Saarbrücker Staatsanwaltschaft gegen die Festgenommene. Wie Pressesprecher Mario Krah informiert, wirft seine Behörde ihr Mord vor. Demzufolge soll sie heimtückisch gehandelt haben. Sie habe die Tat geplant. Wegen dieses schweren Vorwurfs beantragte die Staatsanwaltschaft sogleich Haftbefehl. Ein Richter am Saarbrücker Amtsgericht folgte dem am Freitagnachmittag. Die Bexbacherin kam umgehend zur Untersuchungshaft nach Zweibrücken ins Gefängnis. Diese Justizvollzugsanstalt für Frauen in der rheinland-pfälzischen Nachbarstadt ist auch für das Saarland zuständig. An der Saar gibt es keine Haftanstalt für weibliche Gefangene.

Um die Hintergründe herauszufinden und den genauen Tatverlauf zu ergründen, sind Ermittler des Dezernates für Kapitaldelikte beim Landespolizeipräsidium jetzt eingesetzt, heißt es dazu seitens der Pressestelle. Mit ersten Ergebnissen wird zu Beginn der kommenden Woche gerechnet.