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Bluttat in Köllerbach
Rätseln über Todesschüsse von Bexbacherin

 Nach den Schüssen auf einen Masseur war die Hauptstraße in Köllerbach stundenlang gesperrt.
Nach den Schüssen auf einen Masseur war die Hauptstraße in Köllerbach stundenlang gesperrt. FOTO: BeckerBredel
Püttlingen. Die 57-Jährige soll in Püttlingen-Köllerbach einen Mann heimtückisch umgebracht haben. Davon geht die Staatsanwaltschaft aus. Die Taverdächtige sitzt seit Freitagnachmittag in U-Haft in Zweibrücken. Von Matthias Zimmermann

Welches Motiv steckt hinter der Bluttat, bei der am Donnerstagabend ein Mann im Püttlinger Stadtteil Köllerbach umgekommen ist? Auch am Tag nach den Todesschüssen ist der Grund unklar. Denn die mutmaßliche Täterin schweigt, wie Stephan Laßotta, Pressesprecher beim Landespolizeipräsidium in Saarbrücken, sagt. Die Ermittlungen gehen weiter.

Die Schreckenstat hatte sich am Donnerstag gegen 19.30 Uhr zugetragen. Nach bisherigem Kenntnis­stand der Fahnder soll eine 57 Jahre alte Frau ihrem Opfer vor dessen Massagepraxis in der Köllerbacher Hauptstraße aufgelauert haben. Als der 46-Jährige das Haus verließ, drückte die Bexbacherin ab. Mehrmals zielte sie auf ihn, worauf der Saarwellinger tot zusammenbrach. Die wenig später alarmierten Notärzte und Sanitäter konnten dessen Leben nicht mehr retten.

Bis tief in die Nacht waren Spezialisten der Kriminalpolizei am Tatort, um Spuren zu sichern. Über Stunden blieb dafür die Hauptverkehrsachse durch Köllerbach weiträumig gesperrt, die Freiwillige Feuerwehr unterstützte die Polizei.



Noch in der Nacht musste die Beschuldigte zum Verhör zur Polizei nach Saarbrücken. Sie hatte sich von Beamten der Völklinger Polizeiinspektion widerstandslos festnehmen lassen. Sie waren als Erste am Tatort gewesen. Die Ermittler fanden die Frau auf der Straße sitzend vor, eine Pistole neben ihr liegend.

Die Leiche des Masseurs kam zur Gerichtsmedizin an der Uniklinik nach Homburg, um die genaue Todesursache zu klären. Am Freitagnachmittag dann gaben die Fachleute ihr Obduktionsergebnis bekannt: Der Mann starb, wie von Ermittlern bereits vermutet, unmittelbar an den Folgen der Schussverletzungen.

Polizeisprecher Laßotta machte indes auf Nachfrage keine Angaben darüber, wie viele Schüsse abgefeuert wurden und welcher letztlich für den Tod ausschlaggebend war. Er nannte dafür ermittlungstaktische Gründe. Zeugen hatten direkt nach der Tat von vier Schüssen berichtet, die sie gehört haben wollen.

Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich bei der mutmaßlichen Täterin um eine Sportschützin. Laßotta bestätigte, dass sie einen Waffenschein besitzt. Ob sie die am Tatort gefundene Waffe hätte haben dürfen, werde zurzeit ermittelt.

Das Opfer und die Beschuldigte kannten sich offensichtlich schon seit geraumer Zeit. Sie sollen sogar vor einigen Jahren ein Paar gewesen sein, sagt Laßotta. Danach trennten sich ihre Wege.

Unterdessen ermittelt die Saarbrücker Staatsanwaltschaft gegen die Festgenommene. Wie Pressesprecher Mario Krah informiert, wirft seine Behörde ihr Mord vor. Sie habe heimtückisch gehandelt und die Tat geplant. Wegen dieses schweren Vorwurfs beantragte die Staatsanwaltschaft sogleich Haftbefehl. Ein Richter am Saarbrücker Amtsgericht folgte dem am Freitagnachmittag. Die Bexbacherin kam umgehend zur Untersuchungshaft nach Zweibrücken ins Gefängnis. Im Saarland gibt es keine Zellen für weibliche Gefangene.

Um die Hintergründe der Tag herauszufinden und den genauen Tatverlauf zu ergründen, sind Ermittler des Dezernates für Kapitaldelikte beim Landespolizeipräsidium jetzt eingesetzt. Mit ersten Ergebnissen wird zu Beginn der kommenden Woche gerechnet.