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Bislang weniger Wallfahrer - Leiter aber dennoch zufrieden

Trier. Die Heilig-Rock-Wallfahrt zu der als Gewand Jesu verehrten Reliquie in Trier hat kurz vor der Halbzeit rund 200 000 Pilger angelockt - deutlich weniger als zum selben Zeitpunkt bei der letzten Wallfahrt 1996. Wallfahrtsleiter Georg Bätzing zeigte sich in seiner Halbzeitbilanz dennoch "mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden"

Trier. Die Heilig-Rock-Wallfahrt zu der als Gewand Jesu verehrten Reliquie in Trier hat kurz vor der Halbzeit rund 200 000 Pilger angelockt - deutlich weniger als zum selben Zeitpunkt bei der letzten Wallfahrt 1996. Wallfahrtsleiter Georg Bätzing zeigte sich in seiner Halbzeitbilanz dennoch "mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden". Dies betreffe sowohl die Annahme der Wallfahrt als auch die Geduld der Pilger. "Man merkt, sie sind motiviert. Sie lassen sich vom Regen und der Kälte nicht abbringen", sagte er der dpa. Meistens gebe es am Dom "nur kleine Wartezeiten".Die Wallfahrt hatte am 13. April begonnen und dauert bis 13. Mai. Im Fokus steht die im Dom gezeigte Reliquie des Heiligen Rocks, die erstmals seit 16 Jahren wieder zu sehen ist. Das Bistum Trier erwartet eine halbe Million Pilger. Bei der Wallfahrt 1996 hatte die Pilgerzahl nach knapp zwei Wochen bei rund 300 000 gelegen. Warum sind es nun weniger? "Das hängt mit der kirchlichen Situation zusammen", sagte Bätzing. "Es gibt weniger Menschen, die kirchengebunden sind." Das Bistum Trier habe deshalb für 2012 "immer realistisch kalkuliert" mit insgesamt 500 000 Pilgern. 1996 kamen rund 700 000. "Wir werden am Ende sehen, wie viele es wirklich sind."

Immer wieder werde während der Wallfahrt der Wunsch nach der Einheit der Christen formuliert, sagte Bätzing. "Wir können sie nicht ausrufen, wir wollen sie lernen"." Die Wallfahrt sei ein Meilenstein auf dem Weg dorthin. Die ökumenischen Angebote würden gut angenommen, sagte er. Die Mittagsandachten seien mit 80 bis 300 Menschen in der Konstantin-Basilika immer gut besucht. Jeden Tag werden sie von einer anderen Gliedkirche der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen organisiert.

Auffallend viele Pilger und deutlich mehr als 1996 seien zur Wallfahrt aus Osteuropa gekommen, sagte Bätzing. Im Dom küssten sie den Schrein, verbeugten sich oder knieten nieder. "Das beeindruckt mich sehr." dpa/kna



Foto: reichert/dpa

"Es gibt weniger Menschen, die kirchen-

gebunden sind."

Georg Bätzing, Leiter der Wallfahrt