| 23:55 Uhr

Bewährungsstrafen für Macher von Neonazi-Radio

Koblenz. Elf Macher eines Neonazi-Radios im Internet sind vom Landgericht Koblenz zu mehrmonatigen Bewährungsstrafen verurteilt worden. Ein weiterer Angeklagter wurde gestern unter Berücksichtigung früherer Taten zu zwei Jahren Haft verurteilt

Koblenz. Elf Macher eines Neonazi-Radios im Internet sind vom Landgericht Koblenz zu mehrmonatigen Bewährungsstrafen verurteilt worden. Ein weiterer Angeklagter wurde gestern unter Berücksichtigung früherer Taten zu zwei Jahren Haft verurteilt.Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagten sich der Bildung, Unterstützung oder Beteiligung einer kriminellen Vereinigung sowie der Volksverhetzung schuldig gemacht haben. In vier Fällen wurde eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung ausgesprochen. Die weiteren Strafen liegen zwischen sechs und zwölf Monaten auf Bewährung. Damit folgten die Richter weitgehend den Forderungen der Staatsanwaltschaft.

Angeklagt waren sieben Frauen und fünf Männer aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Berlin, Hessen und Bayern zwischen 20 und 42 Jahren. Sie waren dauerhafte oder Gast-Moderatoren des sogenannten "Widerstandsradios" im Internet. Es sendete von Juli 2009 bis November 2010.

Der Vorsitzende Richter Hans-Georg Göttgen sprach von "menschenverachtenden und abscheulichen Texten", die über das Radio verbreitet worden seien. Zudem seien Nazi-Größen glorifiziert worden. Bei der Bemessung der Strafen seien die Zahl der Taten, die Bedeutung des Einzelnen für das Radio, seine Hilfe bei der Aufklärung sowie eventuelle Vorstrafen berücksichtigt worden. Es war bereits der zweite Neonazi-Radio-Prozess in Koblenz. Im ersten Verfahren waren im April 18 andere Betreiber des Senders zu mehrjähriger Haft oder Bewährungsstrafen verurteilt worden (wir berichteten). dpa