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Betreuung von traumatisierten Flüchtlingen vor Aus

Altenkirchen. Evangelische Kirche und Diakonie in Rheinland-Pfalz warnen vor einem Zusammenbruch der psychosozialen Betreuung traumatisierter Flüchtlinge . Anfang 2015 müssten die derzeit noch drei Beratungsstellen im Land geschlossen werden, falls die Landesregierung nicht eingreife, heißt es in zwei offiziellen Schreiben an die Landesregierung, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegen. epd

Nach dem Wegfall von EU-Fördermitteln würden von den notwendigen 500 000 Euro pro Jahr nur noch 100 000 Euro refinanziert. "Dies kann durch die Träger nicht abgefedert werden", heißt es in dem Brandbrief der evangelischen Kirchen.

Um eine Fortsetzung der Arbeit zu ermöglichen, sei eine "langfristige finanzielle Unterstützung seitens des Landes Rheinland-Pfalz" nötig. Schon bislang war die Betreuung traumatisierter Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz nach Ansicht von Kirche und Diakonie unterfinanziert. So gebe es im südlichen Teil von Rheinland-Pfalz, darunter für die Bewohner der Erstaufnahmestelle in Ingelheim und den Raum Mainz sowie die gesamte Pfalz , gar keine Betreuung. Die bislang noch bestehenden drei Beratungs- und Betreuungsstellen in Trier, Mayen und Altenkirchen haben nach Kirchenangaben allein in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres mehr als 700 Flüchtlinge betreut, mehr als 150 konnten eine Therapie durchlaufen. Tatsächlich sei der Bedarf aber viel größer, heißt es in dem Schreiben an die Landesregierung weiter.