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Betreiber eines Nazi-Senders verurteilt

Koblenz. Im Prozess wegen Volksverhetzung sind neun der 18 Betreiber eines Nazi-Radiosenders zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden, der Rest kam mit Bewährungsstrafen davon. Die höchste Freiheitsstrafe, die das Landgericht Koblenz in diesem Fall gestern verhängte, betrug drei Jahre und drei Monate. Die Richter folgten weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft

Koblenz. Im Prozess wegen Volksverhetzung sind neun der 18 Betreiber eines Nazi-Radiosenders zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden, der Rest kam mit Bewährungsstrafen davon. Die höchste Freiheitsstrafe, die das Landgericht Koblenz in diesem Fall gestern verhängte, betrug drei Jahre und drei Monate. Die Richter folgten weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die 20- bis 37-jährigen Angeklagten aus insgesamt acht Bundesländern wurden unter anderem auch der Bildung einer kriminellen Vereinigung mit Propagandamitteln verfassungsfeindlicher Organisationen für schuldig befunden.Ziel des Radiosenders war es laut Anklage, die NS-Ideologie zu verbreiten und eine fremdenfeindliche wie auch antisemitische Hetzpropaganda zu betreiben. Insgesamt waren demnach 154 Lieder mit strafbaren Inhalten abgespielt worden. Der Vorsitzende Richter sprach dabei nur von "Titeln", deren Texte abscheulich seien. "Es fällt mir schwer, da von Liedern zu sprechen." Und: "Es ist unglaublich, dass sich relativ junge Menschen für so etwas hergeben können."

Die Angeklagten seien "im Grunde alle geständig gewesen", sagte er weiter. Dadurch habe man sich eine umfangreiche Beweisaufnahme gespart. Zehn Verhandlungstermine waren angesetzt, nun fiel am siebten Prozesstag das Urteil. dpa