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Bernd Kaufmann stellt „Wie das Schilfrohr im Fluss“ vor

Zweibrücken. fro

Vor 40 interessierten Zuhörern stellte Bernd Kaufmann sein neues Buch vor. Der Autor beschreibt darin das Leben der Sophie von Brabant, der Tochter der Heiligen Elisabeth von Thüringen . 1227 verlässt die Heilige Elisabeth, damals noch nicht heilig, nach dem Tod ihres Mannes Ludwig die Wartburg mit ihren drei Kindern, um Kranken und Notleidenden zu helfen. "Historische Fakten und Daten sind überliefert, doch es bleibt viel Raum zu Spekulationen", sagt der Autor, "so wurde mein Buch keine Biografie, sondern eben ein Roman."

Ausführlich und lebendig schildert Kaufmann den Auszug der Familie von der Wartburg Richtung Eisenach. Sprachlich will nicht alles ganz gefallen. So möchte Elisabeth in einer Szene einer Bettlerin etwas Geld geben und "durchforstet ihr Gewand" nach einem Groschen. Nach der Lesung des ersten Kapitels hebt eine lebhafte Diskussion an. Helmut Reichling und Gerhard Schanne sind mit der Schilderung der Lebensumstände in dem Buch nicht einverstanden. Der Autor verteidigt sich tapfer, kann sich jedoch nicht gänzlich durchsetzen. Diese Diskussion zeigt, dass das Buch provoziert und Stoff zum Nachdenken liefert. Wie kommt Sophie nach dem schrecklichen Ausstieg und Einstieg in ein Leben auf der Straße zwischen Aussätzigen mit ihrem Leben zurecht? Sie schafft den Weg nach oben, heiratet den wohlhabenden Herzog von Brabant und macht sich schließlich noch um Hessen verdient. Die Lektüre verspricht unterhaltsame Stunden und tiefe Einblicke in das Leben der Herzogin.

Bernd Kaufmann wurde 1953 in Berlin geboren. Er ist in der DDR aufgewachsen und 1980 in die Bundesrepublik übergesiedelt. Im Hauptberuf ist er Unternehmer. "Wie das Schilfrohr im Fluss" ist sein viertes Buch.