| 00:00 Uhr

Sanierung zu teuer?
Bechhofen prüft Abriss und Neubau von Dorfgemeinschaftshaus

Das Bechhofer Dorfgemeinschaftshaus. Die „Wohnstube“ der Gemeinde ist in die Jahre gekommen. Die Sanierung würde 1,8 Millionen kosten. Ein Neubau ist deshalb im Gespräch.
Das Bechhofer Dorfgemeinschaftshaus. Die „Wohnstube“ der Gemeinde ist in die Jahre gekommen. Die Sanierung würde 1,8 Millionen kosten. Ein Neubau ist deshalb im Gespräch. FOTO: Norbert Schwarz
Bechhofen. Ortsgemeinderat Bechhofen prüft Abriss und Neubau, denn die Sanierungskosten wären sehr hoch. Von Norbert Schwarz

Werden die meisten Bürger Bechhofens eine zweite Einweihung eines Dorfgemeinschaftshauses (DGH) miterleben? Ausgeschlossen ist das nicht, denn in der Sitzung am Montagabend folgten jetzt auch die Ratsmitglieder der Empfehlung des Bauausschusses, und die lautet: Abriss und Neubau ohne Kellergeschoss! Doch so einfach dieses Beratungsergebnis im Wortlaut dasteht, zuvor wird es noch viel Hindernisse und ungeklärte Fragen geben, die aus dem Weg zu räumen sind. Diese sind nicht allein finanzieller Art, bauordnungsrechtliche Bedenken könnten beispielsweise dagegen sprechen, dass das neue Dorfgemeinschaftshaus an gleicher Stelle errichtet werden kann. Zur Erinnerung. Anfang der 90er Jahre klagte ein Anlieger an der Zufahrtsstraße zum Dorfgemeinschaftshaus wegen nächtlichem Lärm bei Veranstaltungen. Als Lärmquelle gilt deshalb seither das Haus selbst , aber auch der mit der Nutzung verbunden Verkehr. Gerichtlich sind nur noch  zwölf Großveranstaltungen pro Jahr im DGH erlaubt. Schon jetzt ist der vordere Ausgang zur Anliegerstraße ab 22 Uhr dicht, müssen alle Hausbenutzer ab dieser Zeit den rückwärtigen Ausgang zur Rollbahn hin nehmen, um das Haus zu verlassen. Deshalb erhielt auch jetzt die Verwaltung den Auftrag, die rechtlichen Belange unter diesem Aspekt abzuklären.

Was die Finanzierbarkeit angeht, so schlossen sich auch hier die Ratsmitglieder den Vorgaben der Mitglieder im Bauausschuss an. Der demografische Wandel hat seine Spuren auch im Gemeinwesen von Bechhofen hinterlassen. Zwar ist das Dorfgemeinschaftshaus noch eine vielgenutzte Einrichtung am Ort, dennoch wäre es völlig falsch, die Zeichen der Zeit zu verkennen. Deshalb wird der Bedarfsermittlung für das Projekt eine ganz besondere Bedeutung beigemessen. Wie Ortsbürgermeister Paul Sefrin (CDU) dem Pfälzischen Merkur erklärt, ist das Haus noch an vier Tagen in der Woche genutzt, allein mit dem Schaffen der Ganztagsgrundschule wurde das Dorfgemeinschaftshaus sozusagen zur Mensa für die Grundschule. Sefrin: „Die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land kann im Augenblick kostenlos die Räumlichkeiten nutzen.“ Die Sportschützen, eine Abteilung des TuS Bechhofen, haben im Untergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses noch immer ihren Luftgewehr-Schießstand. Wenn alle Vorbedingungen erfüllt sind die für ein neues Dorfgemeinschaftshaus an gleicher Stätte sprechen dann wäre zu prüfen, ob zumindest dieser Bereich mit in die neue Einrichtung integrierbar ist.

Dass auch bei der Hausbewirtschaftung neue Justierschrauben anzubringen sind, ist den Verantwortliche gleichfalls klar. Rechtzeitig soll deshalb mit einem Bewirtschaftungskonzept die Weichenstellung erfolgen und soweit notwendig bei der Bauplanung Berücksichtigung finden. Gedanken für die Zeit des Abrisses der maroden Bausubstanz und dem Bau des neuen Hauses machten sich die Verantwortlichen gleichfalls, doch Bürgermeister Sefrin sieht darin das kleinere Problem. „Wir haben zwei Pfarrheim, der TuS Bechhofen hat ein Sportheim, ich denke da können wir zusammen mit den Vereinen die noch das Haus regelmäßig nutzen schon die Zeit überbrücken.“



40 000 Euro muss Bechhofen jährlich für die Hausunterhaltung aufbringen. In den großen Saal regnet es trotz mehrfacher Reparaturen weiterhin hinein. Mitte des Jahres hatte sich deshalb der Rat deshalb für ausgesprochen, dass mit einer Studie untersucht wird, mit welchen Kosten zu rechnen ist, wenn das jetzige Dorfgemeinschaftshaus wieder den zeitgemäßen Anforderungen nach auf Vordermann gebracht wird.

Architekt Egon Pautler aus Contwig hatte damals das Dorfgemeinschaftshaus in Bechhofen geplant und dieses mit einem sogenannten Sägezahndach versehen. Die Vollsanierung dieses Dachteils wie das des Flachdachteils wird nach der Machbarkeitsstudie des Ingenieurbüros SIG aus Saarbrücken rund 1,4 Millionen Euro kosten. Ein Abriss und Neubau an gleicher Stelle würde die Gemeinde nach dieser Studie rund 1,8 Millionen kosten. Beim Hausneubau an anderer Stelle konnte das Büro auf Kosten von rund 1,6 Millionen Euro. Würde man eine Teilsanierung vornehmen und eventuell den großen Saal unter dem jetzigen Dach verkleinern, lägen die Kosten noch immer über einer Million Euro.