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Wann gelingt hier der Durchbruch?
Wie geht es weiter mit dem Feuerwehrgerätehaus?

 Das alte Feuerwehrgerätehaus in Bebelsheim hat seine besten Tage hinter sich und entspricht nicht mehr den gesetzlichen Bestimmungen.
Das alte Feuerwehrgerätehaus in Bebelsheim hat seine besten Tage hinter sich und entspricht nicht mehr den gesetzlichen Bestimmungen. FOTO: Jörg Martin
Mandelbachtal. Das Bebelsheimer Feuerwehrgerätehaus ist in die Jahre gekommen. Das Gebäude in der Kaiserstraße entspricht auch längst nicht mehr den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen. Damit befasste sich jetzt der Gemeinderat. Von Jörg Martin

Bereits Ende 2018 hatte die Verwaltung einen Antrag auf einen Vorbescheid bei der Unteren Bauaufsicht (UBA) des Saarpfalz-Kreises gestellt, um einen Neubau an der Bundesstraße 423 in die Wege zu leiten. Es geht um die Fläche neben dem Sportplatz am Ortsausgang in Richtung Wittersheim. Bislang dient sie als Parkplatz.

Das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz (LUA) schob dem Vorhaben einen Riegel vor. Der Naturschutz stehe dem Plan entgegen, hieß es. Allerdings bestehen, gemäß § 6 des Landschaftsschutzgesetzes, Ausnahmemöglichkeiten, sofern die UBA dem Vorhaben wegen öffentlichen Interesses zustimmen und man für einen Ausgleich aufgrund des Eingriffs in die Natur sorgen würde. Im Mai hat die UBA der Gemeinde mitgeteilt, dass das Vorhaben unzulässig sei. Daraufhin hat die Gemeindeverwaltung beim LUA, der Oberen Naturschutzbehörde und beim Umweltministerium nachgefragt, ob eine Genehmigung bei einer Teiländerung des Flächennutzungsplans möglich sei. Das Umweltministerium hat daraufhin am 21. Juni mitgeteilt, dass grünes Licht nur denkbar sei, wenn man eine Ausgliederung aus dem Landschaftsschutzgebiet vornimmt und eine erfolglose Alternativprüfung nachgewiesen würde. Ein Planungsbüro müsste sich damit beschäftigen (Kosten), ohne dass klar ist, ob man letztlich eine Genehmigung erhält. Der geplante Standort ist politisch brisant, weil es Befürchtungen gibt, man wolle – wegen der Nähe zu Wittersheim – die Feuerwehren aus beiden Orten zusammenlegen.

„Das war nicht der Plan und ist nicht der Plan“, bekräftigte Sylvia Becker (SPD) ausdrücklich in der Sitzung. In die gleiche Kerbe schlug auch Carolin Reinhard (CDU). „Es gibt zu diesem Standort keine Alternative“, betonte Werner Untersteller. Ortsrat und Feuerwehr befürworteten den Schritt, so der CDU-Politiker. Der Platz sei zukunftsweisend, bedeute aber keineswegs eine Fusion der Löschbezirke, so der Bebelsheimer. Als Ersatz für den Wegfall der Parkplätze schlägt er einen Grundstückstausch vor. Der Eigentümer wäre dazu bereit. Eine Aufstockung des jetzigen Gebäudes würde 250 000 Euro kosten und wäre nicht sinnvoll. „Der Standort gehört für mich in ein Dorf“, entgegnete Peter Kihl (SPD) und brachte den Bereich beim Dorfgemeinschaftshaus ins Spiel. Das Gelände sei zu klein und gehöre nicht der Gemeinde, entgegnete Werner Untersteller. Der Wittersheimer Kihl kann sich eine Kooperation statt einer Fusion der beiden Löschbezirke vorstellen. Der Rat votierte am Ende mehrheitlich, bei vier Enthaltungen, für das Abklären eine Alternativ-Prüfung. Markus Dincher sieht Probleme am geplanten Standort, wenn dort etwa Fußballspiele stattfinden. Dann wäre das künftige Feuerwehrgerätehaus zugeparkt, teilte der Bebelsheimer Löschbezirksführer gegenüber unserer Zeitung mit. „Das ist meine Angst. Die Situation müsste geklärt sein“, meinte Dincher. Er habe sich zwar mit seinen Kameraden auch andere denkbare Standorte angesehen. So etwa den Bereich zwischen dem ersten Haus rechts, am Ortseingang aus Richtung Wittersheim kommend, und dem Hundeplatz. Doch diese Fläche sei für Überschwemmungen und den Hochwasserschutz vorgesehen. Die einzige Alternative sei der Platz gegenüber der Einmündung Brudermann- in die Kaiserstraße. Doch die sei nicht so zukunftsweisend wie ein Platz außerhalb des Ortes, glaubt der Feuerwehr-Chef.