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Auch Berufsschule kämpft um Pfleger

Zweibrücken. Pflegeberufe sind, um es im Jargon der Jugendlichen zu sagen, "uncool". Die Folge: Die Berufsbildende Schule in Zweibrücken hat es immer schwerer, Nachwuchs für ihre Altenpflegeschule zu finden. Das erklärte gestern Walter Rimbrecht, Leiter der Berufsschule, dem Merkur

Zweibrücken. Pflegeberufe sind, um es im Jargon der Jugendlichen zu sagen, "uncool". Die Folge: Die Berufsbildende Schule in Zweibrücken hat es immer schwerer, Nachwuchs für ihre Altenpflegeschule zu finden. Das erklärte gestern Walter Rimbrecht, Leiter der Berufsschule, dem Merkur. Rimbrecht reagierte damit auf die Stellungnahme von DRK-Chef Mario Sauder tags zuvor im Merkur. Sauder hatte erklärt, dass es immer schwieriger werde, Pflegekräfte für die Stadt zu finden. Auch gebe es viel zu wenige vollstationäre Pflegeplätze. Der Rosenstadt drohe ein Pflegekollaps, warnte Sauder. Rimbrecht erklärte gestern: "Vieles, was Mario Sauder sagt, kann ich als Leiter der Berufsbildenden Schule aus den Erfahrungen, die wir mit unserer Fachschule für Altenpflege seit der Gründung 1993 gemacht haben, bestätigen. Es wird immer schwerer, geeigneten Nachwuchs zu finden." Dies liege auch deshalb daran, "weil Pflegeberufe nicht das Ansehen genießen, das ihnen eigentlich zustehen müsste", bemängelte der Schulleiter. "Das liegt nicht nur an der relativ geringen Bezahlung, sondern auch an der Belastung, die man aushalten muss", so Rimbrecht. Hinzu komme, dass die Ausbildung sehr anspruchsvoll sei, was man daran sehe, dass die Absolventen der Fachschule an der Berufsschule gleichzeitig mit dem Berufsabschluss auch die Fachhochschulreife erwerben würden. "Manche Bewerber sind auch noch zu jung und unerfahren", merkte der Rektor an. "Für diese wäre es besser, nach der neunten Klasse zuerst unsere Berufsfachschule Gesundheit und Pflege zu besuchen, nach der man direkt in die Fachschule für Altenpflege aufgenommen werden kann." Interessant sei ferner die Ausbildung zur "staatlich geprüften Altenpflegerin" für Frauen beziehungsweise Männer nach der Kindererziehung oder für in Heimen tätige ungelernte Kräfte. "Oft schließen gerade Ältere ihre Ausbildung mit sehr guten Ergebnissen ab", sagte er."Positiv hervorheben möchte ich das Johann-Hinrich-Wichern-Haus, das vorbildlich und über den eigenen Bedarf hinaus ausbildet", lobte Rimbrecht. eck