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Alles was bleibt in Dietrichingen: Kerwe-Geschichte(n)

 Straußmädels und Straußbuben gibt es diesmal keine in Dietrichingen. Das Feiern ließ man sich aber nicht verderben. Foto: Norbert Schwarz
Straußmädels und Straußbuben gibt es diesmal keine in Dietrichingen. Das Feiern ließ man sich aber nicht verderben. Foto: Norbert Schwarz
Dietrichingen. Kerb - das war vor Jahren in Dietrichingen ein Hochfest. Im Dorfgemeinschaftshaus wurde getanzt. Im "Dorfkrug" unmittelbar daneben "beim Leo" gespeist und gefeiert. Dort war zumindest andeutungsweise gestern am Kerwesonntag etwas von der Dorfkerb zu spüren. Volker Schmitt erinnerte sich mit anderen daran, was früher alles so los gewesen ist, zur Kerwe

Dietrichingen. Kerb - das war vor Jahren in Dietrichingen ein Hochfest. Im Dorfgemeinschaftshaus wurde getanzt. Im "Dorfkrug" unmittelbar daneben "beim Leo" gespeist und gefeiert. Dort war zumindest andeutungsweise gestern am Kerwesonntag etwas von der Dorfkerb zu spüren. Volker Schmitt erinnerte sich mit anderen daran, was früher alles so los gewesen ist, zur Kerwe. "Da gab es nicht nur eine Reihe von Ständen, neben Reitschule und Schießbude. Vor allem gab es bei der Dorfjugend genügend Mitstreiter für die Brauchtumspflege. Das tut schon irgendwo im Innern ein bisschen weh, wenn man miterlebt, dass im Ort von Kerwetrubel überhaupt nichts mehr zu spüren ist. Mir tun auch die Kinder und Jugendlichen ein wenig leid, weil von der Kerb einfach nichts los ist."Zwischen den "Dietrichinger Sandhausen" und den Mauschbacher Kälbern", da bestand stets eine gesunde Rivalität. Jeder der beiden Lager wollte den schönsten Kerwestrauß haben, die schönste Rede und natürlich die größte Feier. Einmal stibitzten die Mauschbacher den Dietrichingern den Kerwestrauß, brachten ihn auf den letzten Drücker dann aber doch mit dem Bulldog zurück und gemeinsam wurde gefeiert. Im Jahr darauf, man wollte es nicht glauben, revanchierte sich die Dietrichinger und konnte die Nachbarn Straußmädels und -buben in Verlegenheit bringen. Doch das ist Geschichte. "Das war wirklich immer toll, wie das hin und her ging", meint auch Dorfkrug-Wirt Leonardo Capraro. "Wenn die bei uns in de Wirtschaft die Bändchen für den Strauß geknibbelt han, da war damals schon die Hölle los", meint Capraro in bestem Italo-Pfälzisch und Schmitt kann noch so manches Schmankerl aus jenen Jahren zum Besten geben. "Wir haben als musiziert, und bei den Treffs für die Kerwerede ging es immer hoch her."

Vor Jahren versuchten die Vogelsang-Geschwister, mit den Kleinen was auf die Beine zu stellen. Das kam bei der Bevölkerung glänzend an und viele dachten, dass damit der Grundstein für bessere Kerwezeiten gelegt sei. Allerdings blieben trotz vielversprechender Versuche die Erfolge aus. Aus der Dorfjugend konnte sich seither niemand mehr für das Brauchtum begeistern. Vielleicht bedarf es nochmals eines neuen Impulses - den wollen die älteren Dorfbewohner im nächsten Jahr wohl geben. cos