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Alles im grünen BereichIrland ist ganz nah

 In den irischen Kneipen wie hier in Dingle wird der St. Patrick's Day diesen Samstag sicherlich mit besonders viel Elan begangen. Foto: Tourism Ireland
In den irischen Kneipen wie hier in Dingle wird der St. Patrick's Day diesen Samstag sicherlich mit besonders viel Elan begangen. Foto: Tourism Ireland
Zweibrücken. "Ireland never too far" heißt es auf einem Souvenir aus Irland. Dass die grüne Insel niemals zu fern ist, können Gäste des Irish Pub Killarney an der Hofenfelsstraße seit der Eröffnung 2004 erleben. Besonders am St. Patricks Day. "Am St. Patricks Day haben wir immer ein besonderes Programm", sagt der Inhaber Bernhard Knerr Von Merkur-Mitarbeiter Fritz Schäfer

Zweibrücken. "Ireland never too far" heißt es auf einem Souvenir aus Irland. Dass die grüne Insel niemals zu fern ist, können Gäste des Irish Pub Killarney an der Hofenfelsstraße seit der Eröffnung 2004 erleben. Besonders am St. Patricks Day. "Am St. Patricks Day haben wir immer ein besonderes Programm", sagt der Inhaber Bernhard Knerr. Am Samstag spielt um 20 Uhr Craig Herbertson Folk, Rock und traditionelle irische Musik. Der Schotte begeisterte mit seiner Band 2010 beim Irish Folk Festival auf dem Herzogplatz. Bei den gefühlvollen Balladen lauschten die Zuhörer und bei den kernigen Trinkliedern sangen die Festivalbesucher lautstark mit.Der grün dekorierte Pub öffnet um 18 Uhr. "Die ersten Leute haben schon reserviert", erzählt Knerr. Neben den irischen Getränken von Guinness über Cider bis zu verschiedenen Whiskeymarken wird am Feiertag der Iren auch das Nationalgericht, Irish Stew, serviert. Wie in Irland gibt es an dem Tag auch im Killarney grüne Getränke. sf

St. Patricks Day. Wehmütig denkt Mary Welle an die Paraden in ihrer Heimatstadt Wexford. "Da feierte die ganze Stadt auf den Straßen und in den Pubs", erinnert sich Mary Welle, die seit rund 20 Jahren mit ihrem Mann Rolf Welle in Althornbach lebt. In Irland hatte Mary ihren Rolf kennengelernt; der Liebe wegen zog sie zu ihm in die Pfalz.

Seitdem musste die Irin von der Erinnerung leben. Wobei der St. Patrick's Day für Mary Welle nicht nur die Bedeutung hat, eine große Party zu feiern. "Der Tag ist auch ein traditioneller Tag für geistliche Erneuerung und Bußgebete." Diese Bedeutung hat der Tag des heiligen Patrick von Irland für alle Iren, egal wo sie leben. "St. Patrick ist unser Nationalheiliger", betont Mary Welle. Aber gerne verbinden die feierlustigen Iren oder die Nachfahren irischer Auswanderer auf der ganzen Welt den Tag mit Feiern.



"An dem Tag wird alles grün", erzählen die beiden in Wexford lebenden Töchter von Mary, Jillian und Nicola. Seien es die großen grünen Hüte, Schals, Krawatten oder sogar Bier, wie Jillian sagt. In Chicago wird sogar der Fluss am 17. März grün. In manchen Pubs wird ein Guinness mit einem cremigen Kleeblatt auf der Schaumkrone serviert. "Das ist schon eine Kunst", meint Nicola. Zu den Feierlichkeiten gehört für die Iren auch Musik. Dabei feiern junge Iren nicht nur mit traditioneller Musik. Sie muss nur für die richtige Stimmung sorgen. "Das ist eine große Sache für die Iren", sagt Mary Welle. Große Städte - in Irland zählt Wexford mit rund 20 000 Einwohnern schon zu den 25 größten - und auch kleiner feiern und sind stolz auf ihre Veranstaltungen. Nach all den Jahren der ruhigen St. Patrick Tage erlebt Mary in diesem Jahr wieder einen turbulenten Feiertag. Neben drei Töchtern, einer Schwester, einem Bruder und sieben Enkeln wird das Haus in Althornbach eine grüne Insel in der Pfalz. Um das zu demonstrieren zieht Jack einen großen grünen Hut, eine grüne Krawatte und eine grüne Sonnenbrille an und legt die grün-weiß-orange irische Fahne um die schmalen Schultern. "Das ist unser Glückskobold", bezeichnet Mary den grün Gewandeten. "Das ist was ganz Besonderes", gesteht Mary. Und auch für die Töchter ist es eine neue Erfahrung, in Deutschland den irischen Nationalfeiertag zu feiern. "Wir waren schon einige Mal in Althornbach. Aber noch nie am St. Patrick's Day", sagt Jillian. Wie Jack haben auch die übrigen Familienmitglieder die entsprechenden Utensilien mitgebracht. "Wir werden zwar keine Parade haben. Aber sonst feiern wir ganz irisch", sagt Mary Welle.

Dann kann auch ihr Ehemann Rolf St. Patrick Day feiern. Der Spielleiter des TV Althornbach war zwar schon oft in Irland. "Aber am St. Patricks Day noch nie." Deshalb kenne er die Feiern nur vom Hörensagen. "Ich bin mal gespannt, was die Iren an dem Tag veranstalten."

Hintergrund

Der St. Patricks Day wird am 17. März begangen zu Ehren des 461 verstorbenen irischen Nationalheiligen Patrick. Es gibt auch Quellen, die das Todesjahr auf 493 datieren. Ebenso ist seine Herkunft nicht geklärt. Nach einer Erklärung war Patrick der Sohn eines römischen Offiziers. Andere spätere Legenden berichten, dass Patrick in Wales geboren wurde und als Sklave nach Irland verschleppt wurde. Er flüchtete nach Frankreich und kehrte später wieder zurück, um die Heiden zu bekehren. Die Missionierung Irlands im fünften Jahrhundert und die Gründung von Kirchen, Klöstern und Schulen scheint dagegen unbestritten.

Zwei Legenden ranken sich um den heiligen Patrick. So habe er von einem Berg herab die Schlangen aus Irland vertrieben. Deshalb wird St. Patrick auch häufig mit flüchtenden Schlangen zu seinen Füßen dargestellt. Dabei ist es sehr wahrscheinlich, dass es in Irland nach der jüngsten Eiszeit schon vorher keine Schlangen in Irland mehr gab.

Die zweite Legende bezieht sich auf das Kleeblatt. In einem Streitgespräch erläuterte Patrick die Darstellung der Dreifaltigkeit als ein einziger Gott. Drei Blätter in einer Pflanze bilden auch da ein harmonisches Ganzes. Neben der Harfe ist das Kleeblatt ein nationales Symbol Irlands.

Quellen. wikipedia.org und irlandbilder.eu