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Aids-Hilfe kritisiert saarländische Maßnahmen gegen Prostitution

Berlin/Saarbrücken. Die Deutsche Aids-Hilfe hat das neue Maßnahmenbündel des Saarlandes zur Eindämmung der Prostitution als „Schaufensterprojekt“ kritisiert. Kondompflicht und Repression seien gefährlich, erklärte der Vorstand der Aids-Hilfe, Manuel Izdebski, gestern in Berlin. dpa

Das Paket, das auch eine Einschränkung des Straßenstrichs in Saarbrücken vorsieht, werde mehr schaden als nutzen. "Repression führt nicht zu mehr Schutz vor HIV und Gewalt, sondern verdrängt Sexarbeit in dunkle Ecken." Izdebski verwies auf "schlechte Erfahrungen" aus Bayern, wo bereits seit 13 Jahren eine Kondompflicht gilt. Die Polizei setze dort nach zahlreichen Berichten von Prostituierten verdeckte Ermittler ein, die nach ungeschütztem Sex fragen. Erklärten sich die Sexarbeiterinnen dazu bereit, erfolge eine Anzeige. Am Ende stünden meist die Frauen am Pranger.