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Abwicklung mit Hindernissen

Wohin die zahlreichen wertvollen Pflanzen nun kommen, ist derzeit noch offen. Foto: Botanischer Garten
Wohin die zahlreichen wertvollen Pflanzen nun kommen, ist derzeit noch offen. Foto: Botanischer Garten FOTO: Botanischer Garten
Saarbrücken. Am Freitag wurde das Aus des Botanischen Gartens der Saar-Uni endgültig besiegelt. Doch wie geht es nun weiter? Was geschieht mit den Pflanzen, der Fläche und den Mitarbeitern? Die Lösungsansätze sind bisher vage. Fatima Abbas

Den Botanischen Garten der Saar-Uni gibt es seit vergangenem Freitag nur noch als Informationsquelle im Internet: Auf der Facebook-Seite "Botanischer Garten der Universität des Saarlands" kündigte Gartenchef Wolfgang Stein an, die Fan-Seite in eine Art virtuellen Lehrgarten zu verwandeln. Dort will er Botanik-Freunde auch in Zukunft über Wissenswertes zum Thema Pflanzen informieren. Und er verspricht: "Ohne jegliches Gejammer um den verlorenen Botanischen Garten und ohne Abwicklungsqualen." Letztere machen in der realen Welt der Universität derzeit zu schaffen.

Die Frage, was nun mit den rund 3500 Pflanzen, die die Saarbrücker Einrichtung beherbergt, geschehen soll, ist noch offen. Wie die Uni-Pressestelle mitteilt, sind kürzlich Botanische Gärten, Hochschulen und Zoos in ganz Deutschland angeschrieben worden, die einen Teil der Pflanzen übernehmen könnten. Auch die Möglichkeit, die Pflanzen an Privatleute abzugeben, werde derzeit geprüft. Jedoch versuche die Hochschule, die Pflanzen vorrangig an andere Facheinrichtungen zu vermitteln, heißt es in einer schriftlichen Erklärung.

Etwa 700 Pflanzen fallen unter das Washingtoner Artenschutzabkommen und können nur unter bestimmten Auflagen - beispielsweise nur mit gültigem Herkunftsnachweis - weitergegeben werden. Eine Rückführung dieser Pflanzen in die jeweiligen Herkunftsländer sei nicht vorgesehen. Die fünf Mitarbeiter, die sich neben Gartendirektor Wolfgang Stein bisher um den Botanischen Garten gekümmert haben, würden auch bis zum Ende der Abwicklung die Pflanzen auf dem 2,5 Hektar großen Areal pflegen. Danach sollen sie innerhalb der Universität "weitervermittelt" werden. Niemand werde entlassen, verspricht die Uni. Was aus den Gewächshäusern und der Schaufläche wird, steht ebenfalls in den Sternen. Derzeit werde "ein Konzept erarbeitet", heißt es vonseiten der Uni.