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Abfallverbände kooperieren

 Thomas Siegel lädt in Fehrbach mit dem Kran Müll vom Bunker in den Ofen. Foto: Stegner
Thomas Siegel lädt in Fehrbach mit dem Kran Müll vom Bunker in den Ofen. Foto: Stegner
Zweibrücken/Pirmasens. Der Zweckverband Abfallverwertung Südwestpfalz (Zas) und die Ludwigshafener GML Abfallwirtschaftsgesellschaft werden ihre Zusammenarbeit ab dem nächsten Jahr auf eine breitere Basis stellen. Die Zas-Vertreter haben gestern in Pirmasens einstimmig grünes Licht für den neuen Kooperationsvertrag gegeben

Zweibrücken/Pirmasens. Der Zweckverband Abfallverwertung Südwestpfalz (Zas) und die Ludwigshafener GML Abfallwirtschaftsgesellschaft werden ihre Zusammenarbeit ab dem nächsten Jahr auf eine breitere Basis stellen. Die Zas-Vertreter haben gestern in Pirmasens einstimmig grünes Licht für den neuen Kooperationsvertrag gegeben.Das Papier tritt zum Jahreswechsel in Kraft und ersetzt eine Vereinbarung auf dem Jahr 2005, wenn auch der GML-Aufsichtsrat in der kommenden Woche zustimmt. Als Beweggründen für den neuen Vertrag nannte Zas-Vorsteher Bernhard Matheis die "nachhaltige Sicherung und Steuerung der Abfallströme in der Pfalz". Die Ludwigshafener GML verwertet unter anderem den Müll der Städte Ludwigshafen, Speyer, Frankenthal, Neustadt und Worms sowie des Rhein-Pfalz-Kreises und des Kreises Bad Dürkheim. Durch einen Großbrand war das Ludwigshafener Müllheizkraftwerk 2010 mehrere Wochen lahmgelegt. Damals half auch der Zas aus der Patsche, indem er vorderpfälzischen Restmüll in seiner Fehrbacher Anlage verbrannte. Die neue Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass sich die Partner bei Störungen und Revisionszeiten gegenseitig unterstützen.

Die GML liefert vor allem Haus- und Sperrmüll nach Pirmasens Der Zas verpflichtet sich im Gegenzug zur Anlieferung von so genannten mittelkalorischen Abfällen. Dazu gehören unter anderem Gewerbemüll und Sortierreste. Durch die Zusammenarbeit soll auf dem umkämpften Markt die Auslastung der beiden Müllheizkraftwerke erhöht werden. Gemeinsam wollen beide Verbände bei leicht sinkenden Abfallmengen mittelfristig rund 400 000 Tonnen Müll verbrennen und energetisch verwerten. Im vergangenen Jahr waren es 397 000 Tonnen, davon entfielen auf Pirmasens 178 000 Tonnen. Geplant ist, in den nächsten acht Jahren die Fremdmengen von 69 000 auf 100 000 Tonnen zu steigern.



Mehr Kosten für Kleinanlieferer

Ab Januar steigt der Verbrennungspreis in Fehrbach für die Verbandsmitglieder Zweibrücken, Pirmasens, Südwestpfalz, Landau, Südliche Weinstraße und Germersheim pro Tonne Restmüll um 3,35 auf 239,65 Euro. Auch die Preise für private Kleinanlieferer steigen - wie am 6. Dezember berichtet - um durchschnittlich 1,4 Prozent. Die Versammlung votierte einstimmig für das neue Preisgefüge. Gebilligt wurde auch der Jahresabschluss 2010.Aufgrund nachträglicher Rückstellung für den 2034 geplanten Abriss des Müllheizkraftwerks steht für das vergangene Jahr ein Verlust von 367 000 Euro in den Büchern. Grünes Licht gab der Zas auch für den Jahresplan 2012, dem Erträge von insgesamt 38 Millionen Euro zu Grunde liegen. 170 000 Tonnen Restmüll sollen in Fehrbach verbrannt werden. Bei einer Gegenstimme beschloss der Zas, die Energieausbeute des Müllofens mit Investitionen von insgesamt rund 50 000 Euro zu erhöhen. pio