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950. Jubiläum lockt 3000 Gläubige

 Rund 3000 Besucher kamen am Sonntag zur Feier des 950. Jubiläums der Dom-Weihe nach Speyerer. Foto: Dedert/dpa
Rund 3000 Besucher kamen am Sonntag zur Feier des 950. Jubiläums der Dom-Weihe nach Speyerer. Foto: Dedert/dpa
Speyer. Eine beeindruckende Feier für die größte noch erhaltene romanische Kirche der Welt: Mit einem Festgottesdienst hat das Bistum Speyer am Sonntag das 950. Jubiläum des Kaiser- und Mariendoms gewürdigt. Rund 3000 Menschen feierten in und um das Gotteshaus. Zu den Ehrengästen zählten Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck (SPD) Von dapd-Mitarbeiterin Sandra Schipp

Speyer. Eine beeindruckende Feier für die größte noch erhaltene romanische Kirche der Welt: Mit einem Festgottesdienst hat das Bistum Speyer am Sonntag das 950. Jubiläum des Kaiser- und Mariendoms gewürdigt. Rund 3000 Menschen feierten in und um das Gotteshaus. Zu den Ehrengästen zählten Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck (SPD). In einem Grußwort, das in Speyer verlesen wurde, bezeichnete Papst Benedikt XVI. den Dom als Pforte, die es den Menschen möglich mache, zu Gott zu finden.Auch Kardinal Walter Kasper aus Rom nannte den Dom in seiner Predigt eine Pforte zum Himmel. Die Menschen brauchten Bauwerke wie dieses, die sie an Gott erinnerten. Mit seiner wechselvollen Geschichte sei der Dom Symbol für die Kirche, die ebenfalls immer wieder durch Krisen gegangen sei und durch Erneuerungen ihren Weg gefunden habe, betonte der Päpstliche Sondergesandte. Die Kirche müsse sich auf ihrem traditionellen Fundament immer wieder erneuern, dann habe sie auch im dritten Jahrtausend eine Zukunft.

Während der Feier wurde die vom Eichstätter Domkapellmeister Christian Heiß komponierte "Missa festiva spirensis" aufgeführt. Erstmals seit drei Jahren wurde der Domnapf mit 1000 Litern Wein für die Mitfeiernden gefüllt, der im Anschluss an den Gottesdienst ausgeschenkt wurde.

Der Dom erhielt am 4. Oktober 1061 seine Weihe. Das sakrale Bauwerk zieht jedes Jahr anderthalb Millionen Besucher aus aller Welt in seinen Bann. Für insgesamt acht deutsche Kaiser und Könige und auch für einige ihrer Gemahlinnen wurde das Gotteshaus zur letzten Ruhestätte. Es gilt damit auch als bedeutendes Symbol des mittelalterlichen Kaisertums. Seit 1981 gehört der Speyerer Dom zum Weltkulturerbe.



An den Festgottesdienst am Sonntag schloss sich eine Wallfahrtswoche an, zu der bis zum 9. Oktober täglich bis zu 2000 Pilger im Dom erwartet werden. An jedem Wallfahrtstag steht eine bestimmte Gruppe im Mittelpunkt - von Ehejubilaren, Familien und Jugendlichen über kirchliche Mitarbeiter und Verbände bis hin zu Kirchenchören.

Hintergrund

Der Kaiserdom zu Speyer steht seit 1981 auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes und ist gleich in mehrfacher Hinsicht einmalig. Das fast 1000 Jahre alte Gotteshaus ist nach Angaben des Bistums Speyer nicht nur die größte Kirche in Rheinland-Pfalz, sondern auch die größte erhaltene romanische Kathedrale überhaupt. 134 Meter lang, bis zu 55 Meter breit und mehr als 30 Meter hoch im Inneren: Mit diesen Maßen schafft es das Gotteshaus, dessen Grundstein etwa um 1030 auf Geheiß von Kaiser Konrad II. gelegt worden war, auf die Bestenliste. dpa