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Landgericht Zweibrücken
Rodalber soll Schulfreundin der Tochter vergewaltigt haben

Zweibrücken/Kaiserslautern. Kriminalbeamte aus Kaiserslautern bestätigten in ihren Zeugenaussagen die Vorwürfe in der Anklageschrift zum sexuellen Missbrauch von Kindern. Von Rainer Ulm

Die Zweite Strafkammer des Landgerichts Zweibrücken hat am Montag den Prozess gegen einen 50-jährigen Mann aus Rodalben fortgesetzt.

Mehrere Kriminalbeamte, die bei den Durchsuchungen der Wohnung des 50-Jährigen, bei den Befragungen seiner Opfer und schließlich bei seiner Festnahme im April dabei gewesen waren, bestätigten in ihren Zeugenaussagen die Angaben in der Anklageschrift. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann schweren sexuellen Missbrauch von Kindern im Zeitraum von 2003 bis 2019 vor. Demnach soll er mehrfach zwei Kinder einer Familie im Landkreis Kaiserslautern, zu deren Umfeld er gehörte, missbraucht haben. Zum Tatzeitpunkt sollen die Mädchen vier und elf Jahre alt gewesen sein. Eines der Opfer, inzwischen eine junge Frau, hatte im August 2018 Anzeige erstattet und so die Ermittlungen ausgelöst. Insgesamt werden dem Mann, der Vater von zwei Kindern ist, elf Taten vorgeworfen, bei denen er laut Anklage sexuelle Handlungen bis hin zum Geschlechtsverkehr an den Kindern vorgenommen und von den Kindern an sich selbst vornehmen lassen haben soll. Neun der elf Taten hat der Mann eingeräumt.

Eine 44-jährige Beamtin von der Kriminalinspektion Kaiserslautern schilderte am Montag, dass sie im Rahmen einer sogenannten „Gefährderansprache“ im Hause des Täters auch dessen Ehefrau mit den Vorwürfen gegen ihren Mann konfrontiert habe. Die Ehefrau habe sich überrascht gezeigt, die Vorwürfe einfach nicht glauben wollen: „Sie hat ihren Mann sogar in Schutz genommen.“ Eine 38-jährige Beamtin berichtete über die Vernehmung eines der Opfer. Dabei soll es sich um eine Schulfreundin der Tochter des Täters gehandelt haben. Die inzwischen junge Frau hatte der Kriminalbeamtin erzählt, dass der Mann sie als Kind zu sich nach Hause gelockt habe – mit dem Versprechen, sie dürfe bei ihm die Hasen füttern. Danach soll er sie in einer Gartenlaube vergewaltigt haben. Diese Vergewaltigung war auch Teil der Anzeige vom August 2018, von der der Hauptsachbearbeiter des Falles, ein 33-jähriger Kriminalbeamter, jetzt vor Gericht erzählte. Darin sei auch von Nacktaufnahmen und anderen sexuellen Handlungen die Rede gewesen. Diese Vorwürfe hätten im Zuge der Ermittlungen durch Foto- und Videodateien belegt werden können: „Auf den Bildern waren Kinder in unnatürlichen Posen mit und ohne Bekleidung zu sehen.“ Einige Aufnahmen seien nachweislich im Juli 2004 im Wohnzimmer und im Toilettenbereich der Wohnung des Täters entstanden. Zudem seien unzählige Fotos und Videos mit eindeutigem Inhalt unter anderem auf seinem Handy gefunden worden: „Er hat den Besitz von Kinderpornos zugegeben“, so der Beamte.



Bei einer Wohnungsdurchsuchung waren unter anderem 12 285 kinderpornografische Fotos und 768 kinderpornografische Filme gefunden worden. Außerdem soll der Informatiker und Bürokaufmann auch selbst kinderpornografisches Material hergestellt haben.

Es sind fünf weitere Verhandlungstermine angesetzt. Das Urteil wird am 30. September erwartet.