| 22:30 Uhr

Programm in Mainz vorgestellt
„Macht und Pracht“ vergangener Zeiten erleben

 Der rheinland- pfälzische  Kulturminister Konrad Wolf.
Der rheinland- pfälzische Kulturminister Konrad Wolf. FOTO: picture alliance / Arne Dedert/d / Arne Dedert
Mainz. Im Gegensatz zu Bayern mit seinen Schlössern ist Rheinland-Pfalz ein Land der Ruinen. Dennoch gibt es am kommenden Sonntag in den Denkmälern des Landes unter dem Motto „Macht und Pracht“ viel zu sehen. Denn nicht nur Stuckdecken können prächtig sein.

(dpa) So viele historische Orte wie nie zuvor können Besucher in diesem Jahr beim „Tag des offenen Denkmals“ in Rheinland-Pfalz betreten. 430 Schlösser, Burgen, Sakralbauten, Klöster und Kathedralen, aber auch Kuranlagen und Parks seien am kommenden Sonntag dabei, sagte der rheinland-pfälzische Kulturminister Konrad Wolf (SPD) gestern bei der Vorstellung des Programms. Erwartet werden wie im Vorjahr rund 100 000 Besucher.

Das Motto der bundesweiten Veranstaltung lautet in diesem Jahr „Macht und Pracht“. Es spiegelt sich in Rheinland-Pfalz etwa in der Führung „Mächtige Frauen auf dem Berg: Jutta, Hildegard und Richardis“ in der Klosterruine Disibodenberg im Landkreis Bad Kreuznach oder der Führung „Zerbrochene Mauern – zerbrochene Macht“ in der Schloss- und Festungsruine Hardenburg in Bad Dürkheim. In Mainz wiederum erklingen am Sonntag in der Evangelischen Christuskirche „prächtige Bläserklänge“.

Nicht nur Stuckdecken könnten prächtig sein, betonte der Kunsthistoriker Georg Peter Karn von der Generaldirektion Kulturelles Erbe. Sondern auch Landschaftsparks, Heiligenaltäre oder Grabungen wie in der evangelischen St. Johanniskirche in Mainz. Eigentlich sei Rheinland-Pfalz ein Land der Ruinen, fuhr Karn fort. Als Grenzland sei es eben immer wieder durch Zerstörungen gebeutelt wurden. „Solche Pracht wie wenn man nach Bayern fährt und durch die barocken Schlösser und Kirchen geht – das ist bei uns aus diesem Grund nicht so dicht gesät“, sagte der Kunsthistoriker.



Wolf rief die Menschen dazu auf, am Sonntag nicht nur die Zentraldenkmäler zu besuchen, sondern auch die vielleicht noch unbekannten Denkmäler – die auch aus gutem Grund geschützt sind. „Der „Tag des Denkmals“ soll herausstellen, dass man in allen Regionen des Landes vor Ort in einem relativ überschaubaren Umfeld eine hohe Zahl und Vielfalt an Denkmälern hat, die interessant und erhaltenswert sind.“

Thomas Metz, Generaldirektor Kulturelle Erbe, ergänzte, es gehe darum, das ganze Spektrum der Denkmäler im Land vorzustellen. Die Besucher der Orte im Land an diesem Tag seien auch überwiegend Rheinland-Pfälzer.

Bundesweit öffnen mehr als 7500 Denkmäler ihre Türen. Darunter viele, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz veranstaltet den Tag seit 1993 immer am zweiten Sonntag im September.

 Am „Tag des offenen Denkmals“ steht auch die Führung „Zerbrochene Mauern – zerbrochene Macht“ in der Schloss- und Festungsruine Hardenburg in Bad Dürkheim auf dem Programm. Die Ruine ist mit einer Grundfläche von rund 16 000 Quadratmetern die größte Burg zwischen Rhein und Saar.
Am „Tag des offenen Denkmals“ steht auch die Führung „Zerbrochene Mauern – zerbrochene Macht“ in der Schloss- und Festungsruine Hardenburg in Bad Dürkheim auf dem Programm. Die Ruine ist mit einer Grundfläche von rund 16 000 Quadratmetern die größte Burg zwischen Rhein und Saar. FOTO: picture-alliance / dpa / Heinz_Wieseler
(dpa)