| 22:53 Uhr

Verlauf der Krankheit deute darauf hin
Landkreis: Norovirus kam aus der Messdiener-Gruppe

Damme/Vechta. Einer der 41 Infizierten aus Rheinland-Pfalz soll bereits bei der Anreise zum Dümmer-See über Übelkeit geklagt haben.

Die Norovirus-Erkrankung von 41 Jugendlichen und Betreuern aus Rheinland-Pfalz bei einer Messdiener-Freizeit in Damme am Dümmer-See ist nach Einschätzung des Landkreises Vechta nicht durch Lebensmittel ausgelöst worden. Der Norovirus sei wahrscheinlich aus der Gruppe selbst gekommen. „Wir können mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass der Virus über Lebensmittel in das Dümmerheim kam“, sagte jetzt der Sprecher des niedersächsischen Landkreises Vechta, Jochen Steinkamp. Dass es sich um den Norovirus handelt, stehe inzwischen zweifelsfrei fest.

Zwar lagen Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen demnach noch nicht vor, aber der Verlauf der Krankheit deute darauf hin. „Wenn es an einem Lebensmittel gelegen hätte, dann wäre das ganze Dümmerheim unabhängig von einer Gruppe betroffen gewesen“, sagte Steinkamp. Mitarbeiter seien aber nicht erkrankt.

Schon bei der Anreise der Gruppe aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis habe jemand über Übelkeit geklagt. Der Verlauf des Ausbruches deute darauf hin, dass der Virus mit der Gruppe in das Jugend- und Freizeitheim gekommen sei und sich innerhalb der Gruppe ausgebreitet habe. Das sei typisch für eine Infektionskrankheit. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und des Jugend- und Freizeitzentrums hatten schon am Donnerstagabend Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen in die Wege geleitet, um eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern, wie Steinkamp sagte. „Es wurden alle Kontaktstellen desinfiziert.“



Inzwischen sei ein großer Teil der Messdiener aus Rheinland-Pfalz wieder aus den Krankenhäusern entlassen worden. Die Messdienergruppe und die Betreuer waren in Kliniken im Kreis Vechta, aber auch nach Diepholz und Osnabrück gekommen. „Zumindest für den Kreis Vechta weiß ich, dass alle wieder entlassen sind“, sagte Steinkamp. Der Krankheitsausbruch hatte am vergangenen Donnerstag zu einem Großeinsatz des Rettungsdiensts geführt. Auch Notärzte und Polizei waren zur Stelle (wir berichteten).

Der Norovirus ist sehr leicht übertragbar. Es gehört zu den weltweit häufigsten Erregern für plötzlich auftretenden Brechdurchfall und kommt oft in Alten-, Pflege- und Kinderheimen vor. Die Erreger werden über den Stuhl des Menschen oder über Erbrochenes ausgeschieden. Sie verursachen Übelkeit, Durchfälle und Erbrechen, oft gepaart mit Bauchschmerzen und Schwächegefühlen. Todesfälle allein durch den Virus sind selten. Eine vorbeugende Impfung gibt es nicht.