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Urteil im Landgericht Zweibrücken
Dritter Täter von Landstuhl kommt in Sicherungsverwahrung

 Die Akten zum Fall des versuchten Raubes bei einer amerikanischen Familie in Landstuhl wurden am Donnerstag geschlossen.
Die Akten zum Fall des versuchten Raubes bei einer amerikanischen Familie in Landstuhl wurden am Donnerstag geschlossen. FOTO: Rainer Ulm
Zweibrücken/Landstuhl. Die Erste Strafkammer des Landgerichts Zweibrücken hat einen 62-Jährigen wegen versuchten schweren Raubes zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Von Rainer Ulm

Wegen versuchten schweren Raubes hat das Landgericht Zweibrücken am Donnerstag einen 62-Jährigen zu fünf Jahren Haft verurteilt. Zudem ordnete die Erste Strafkammer seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt und anschließende Sicherungsverwahrung an. Das Urteil wurde sofort rechtskräftig, weil sowohl der Angeklagte als auch Staatsanwalt Christian Horras, der fünfeinhalb Jahre und anschließende Sicherungsverwahrung gefordert hatte, nach der Verkündung ihren Verzicht auf Rechtsmittel erklärten.

Zugunsten des Angeklagten wertete die Vorsitzende Richterin Susanne Thomas, dass sich der 62-Jährige zu seiner Schuld bekannt, die Tat „vollumfänglich gestanden“ und sich dabei noch selbst belastet habe, indem er sich zu den später gefundenen Tatwerkzeugen wie einer Pistole und Kabelbindern bekannte. „Das rechnet Ihnen die Kammer hoch an“, sagte sie, an den Angeklagten gewandt, in ihrer Urteilsbegründung. Gleichwohl habe sich bei dem 62-Jährigen „die Begehung von Straftaten verfestigt“, begünstigt durch dessen Drogenkonsum. Es sei zu befürchten, dass er weitere Straftaten begeht, so die Richterin. Schließlich habe der 62-Jährige, der fast sein halbes Leben wegen verschiedener, meist erfolgloser Straftaten hinter Gitter gesessen hatte, daraus nichts gelernt.

Der 62-Jährige hatte zugegeben, im Februar gemeinsam mit drei Komplizen versucht zu haben, das Haus einer amerikanischen Familie in Landstuhl auszurauben. Offenbar im Fokus der Täter: der Standtresor der Familie, in dem sie Gold und Geld vermuteten.



 Das Verfahren gegen den 62-Jährigen war von der Hauptverhandlung gegen zwei seiner inzwischen zu viereinhalb beziehungsweise vier Jahren Haft verurteilten Mittäter (ein 52-jähriger Bruder des Angeklagten und ein 33-jähriger Franzose aus Darmstadt) abgetrennt worden, weil dem mehrfach einschlägig Vorbestraften – im Gegensatz zu den anderen – nach Einschätzung des Gerichts wiederum eine lange Haftstrafe drohte, diesmal aber mit anschließender Sicherungsverwahrung. So kam es denn auch. Vor allem, weil seine bislang letzte Verurteilung wegen einer ähnlichen Tat noch gar nicht so lange zurückliegt: Am 29. Juni 2016 bekam er eine Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten aufgebrummt, weil er und ein Komplize die Volkshochschule in Kaiserslautern überfallen, einen aus der Wand gerissenen Tresor und eine Geldkassette mitgehen gelassen hatten. Trotzdem wurde ein Teil der Haftstrafe später zur Bewährung ausgesetzt, er kam frei – um wenig später, am 10. Februar, gemeinsam mit drei Komplizen in das Wohnhaus der amerikanischen Familie in Landstuhl einzufallen. An jenem Abend hatten der 62-Jährige, seine beiden 43- und 52-jährigen Brüder und ein 33-jähriger Franzose aus Darmstadt an der Eingangstür des Wohnhauses der amerikanischen Familie geklingelt, woraufhin der 41-jährige Vater öffnete und das maskierte Quartett hereinstürmte. Während es dem Zivilbeschäftigten der US-Army noch gelang, drei der Angreifer sofort wieder hinauszudrängen, schaffte es der 43-Jährige ins Obergeschoss, wo sich die Ehefrau und die drei Kinder aufhielten. Der Familienvater folgte ihm mit einem Messer, das er zuvor aus der Küche geholt hatte. Im Obergeschoss angekommen, stach er dem Mann aus Notwehr in den Rücken, als der 43-Jährige gerade die Ehefrau würgte, so der Ermittlungsstand. Daraufhin ließ der Angreifer von ihr ab. Der 43-Jährige, der jüngste Bruder des 62-jährigen Angeklagten, erlag später während der Flucht auf einem Bürgersteig in Krickenbach, wo ihn seine drei Komplizen abgelegt hatten, seinen Stichverletzungen.

Richterin Thomas riet dem herzkranken sowie an Asthma und Diabetes leidenden 62-Jährigen zum Abschluss der Hauptverhandlung, fortan „an Ihrer Gesundheit und an Ihrem Leben zu arbeiten“.