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Betrügerische Autoverkäufer im Internet
Landeskriminalamt warnt vor Anrufen falscher Polizisten

Fieser Trick: Die falschen Polizisten lassen auf dem Telefon-Display ihrer Opfer oft die 110 oder eine Nummer der örtlichen Polizei erscheinen. Auch diese Nummern sind natürlich gefälscht.
Fieser Trick: Die falschen Polizisten lassen auf dem Telefon-Display ihrer Opfer oft die 110 oder eine Nummer der örtlichen Polizei erscheinen. Auch diese Nummern sind natürlich gefälscht. FOTO: Rolf Vennenbernd / dpa
Mainz/Trier. Ganoven nutzen die Gutgläubigkeit ihrer Opfer aus und erbeuten Geld und Schmuck.

Mit einer besonders dreisten Masche versuchen derzeit Trickbetrüger, in der Region an Geld, Schmuck und andere Wertgegenstände ihrer ahnungslosen Opfer zu kommen. Laut Landeskriminalamt rufen die Ganoven vorwiegend ältere Menschen an und geben sich am Telefon als Polizisten aus. Sie nutzen eine spezielle Technik, die auf der Nummernanzeige des Opfers die Notrufnummer 110 oder die Rufnummer der örtlichen Polizeidienststelle erscheinen lässt.

Unter Verweis auf einen angeblich geplanten Einbruch gelingt es den Betrügern immer wieder, ihren Opfern zu versichern, dass Geld und Wertsachen im Haus nicht sicher seien. Daher müsse alles weggebracht und einem Polizisten in Zivil ausgehändigt werden, der später vorbeikomme. Da die Täter laut Polizei und Verbraucherzentrale „überaus vertrauenserweckend und rhetorisch geschickt auftreten“, falle es den Geschädigten oft sehr schwer, die Betrugsmasche zu durchschauen.

Das Landeskriminalamt verzeichnet seit 2015 eine alarmierende Tendenz. So habe sich die Zahl der Fälle im vergangenen Jahr auf 1620 verfünffacht. In diesem Jahr zeichne sich ein ähnlicher Trend ab. Zwar sei es 2017 nur zu 32 vollendeten Taten gekommen, die Schadenssumme von 1,5 Millionen Euro sei jedoch enorm hoch gewesen. Hinzu kämen die psychischen Folgen, mit denen die Opfer zu kämpfen hätten.



Mit einer anderen Betrugsmasche hat es derzeit die Kriminalpolizei in Trier zu tun. Dabei geht es um betrügerische Autoverkäufer im Internet. Sie bieten auf Online-Plattformen Fahrzeuge zum Verkauf an, die sie gar nicht besitzen, und veranlassen gutgläubige Kaufinteressenten zur Überweisung von hohen Anzahlungen.

Das Fachkommissariat für Eigentumsdelikte der Kripo Trier bearbeitet derzeit drei Fälle aus der Region, bei denen ein Opfer aus der Verbandsgemeinde Ruwer um mehrere Tausend Euro gebracht wurde.

Die Masche: Auf einer Online-Plattform inserieren die Täter ein gebrauchtes Auto, das sich in der Grenzregion zu Belgien und Frankreich befinde. Übers Internet werden offenbar gefälschte Personal- und Fahrzeugpapiere übermittelt. Schließlich wird ein Besichtigungs- und Verkaufstermin im angrenzenden Belgien oder Frankreich vereinbart. Zur Sicherheit verlangt der vermeintliche Verkäufer eine Vorauszahlung, die über ein Internet-Geldtransfer-Portal nach Frankreich übersendet werden soll. Hat der Interessent bezahlt, hört er vom angeblichen Verkäufer nichts mehr.