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Strafprozess gegen Saarbrücker
600 Euro Strafe nach Liegestützen auf Altar

Saarbrücken. Der Künstler Alexander Karle muss zahlen. Es war bereits der vierte Strafprozess gegen ihn in dieser Sache.

Das Landgericht hat Alexander Karle wegen Hausfriedensbruchs und Störung der Religionsausübung zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt. Es war bereits der vierte Strafprozess gegen den 40-Jährigen, der seit 2016 mit seinem Videoprojekt „Pressure to perform“ für Schlagzeilen sorgt. In dem 91 Sekunden langen Film ist zu sehen, wie Karle den mit einer Kordel abgesperrten Altarraum der Basilika St. Johann betritt und auf dem Altar Liegestütze macht. Das Video wurde 2016 in zwei Saarbrücker Schaufenstern vorgeführt. Karle wollte nach eigener Aussage gegen den Leistungsdruck in der Gesellschaft demonstrieren und zeigen, dass den Menschen nichts mehr heilig sei.

Im Anschluss entwickelte sich eine Diskussion über die Frage, ob eine solche Aktion erlaubt ist oder nicht. Ergebnis: Das Amtsgericht verurteilte Karle wegen Hausfriedensbruchs durch Übersteigen der Absperrkordel und Störung der Religionsausübung durch die Liegestütze zu einer Geld­strafe von 700 Euro. Das Landgericht in Saarbrücken kippte dieses Urteil in zweiter Instanz teilweise. Es stufte die Liegestütze als nicht strafbare Kunstaktion ein und verurteilte den Künstler nur wegen Hausfriedensbruchs zu einer Geld­strafe auf Bewährung. Das Oberlandesgericht bestätigte dagegen die Linie des Amtsgerichts. Mit diesem Schuldspruch ging der Fall zurück ans Landgericht. Dort wurde gestern nur noch über die Höhe der Strafe geurteilt. Diese wurde aus rechtlichen Gründen von 700 auf 600 Euro reduziert. Karle muss die Kosten der Verfahren tragen.