| 22:21 Uhr

Demonstration vor Rathaus
Kritik an Oppenheimer Bürgermeister wird lauter

Oppenheims Bürgermeister und SPD-
Bundestags­abgeordneter Marcus Held.
Oppenheims Bürgermeister und SPD- Bundestags­abgeordneter Marcus Held. FOTO: Andreas Arnold / dpa
Oppenheim. Etwa 100 Menschen versammeln sich auf dem Marktplatz und fordern den Rücktritt von Marcus Held. Dieser hält die Kritik nicht für gerechtfertigt.

Etwa 100 Menschen haben gestern in Oppenheim den Rücktritt von Stadtbürgermeister Marcus Held (SPD) gefordert, gegen den wegen des Verdachts der Untreue ermittelt wird. Mit Parolen wie „Du bist nicht länger unser Held, gibt zurück das Oppenheimer Geld“ protestierten die Teilnehmer der Kundgebung vor dem Rathaus nach Angaben des Veranstalters gegen das Vorgehen Helds bei der Erschließung von Baugrundstücken. Der Oppenheimer Bürgermeister und Bundestagsabgeordnete wies die Vorwürfe zurück.

Sein Aufruf richte sich „nicht gegen die SPD, sondern gegen Stadtbürgermeister Held und das System Held“, sagte der Winzer Axel Dahlem. Er kündigte weitere Proteste an und sagte: „Wir bleiben am Ball.“

Held sagte gestern der Deutschen Presse-Agentur, er sei mit den Oppenheimern immer im Gespräch und habe „sich auch bei kritischen Themen nie weggeduckt“. Die vom rheinland-pfälzischen Landesrechnungshof kritisierten Entscheidungen seien in den vergangenen Jahren stets unter Mitwirkung von CDU oder Alternativer Liste (AL) getroffen worden. Die Staatsanwaltschaft Mainz ermittelt gegen Held wegen des Verdachts der Untreue in neun Fällen.



Der Rechnungshof kritisiert, für den Grunderwerb der Stadt in einem Baugebiet hätten erforderliche Stadtratsbeschlüsse gefehlt. Die Einschaltung eines Maklers zum Verkauf von Grundstücken in dem Baugebiet verstieß nach Ansicht der Prüfer gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot. Die Maklergebühren für die Vermittlung von Grundstücken könnten für die Stadt nach Ansicht der Staatsanwaltschaft einen Schaden von 205 500 Euro verursacht haben.

(dpa)