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Prozess-Auftakt in Koblenz
Mann gesteht tödliche Attacke mit Lampenständer und entschuldigt sich

Der 68-jährige Angeklagte sitzt gestern zum Prozessauftakt im Landgericht Koblenz und hält sich die Hand vor das Gesicht. Er soll seinen Vermieter im Streit mit einem Lampenständer tödlich verletzt haben.
Der 68-jährige Angeklagte sitzt gestern zum Prozessauftakt im Landgericht Koblenz und hält sich die Hand vor das Gesicht. Er soll seinen Vermieter im Streit mit einem Lampenständer tödlich verletzt haben. FOTO: dpa / Thomas Frey
Koblenz. Zum Auftakt des Prozesses um einen tödlichen Angriff mit einem Lampenständer hat der 68 Jahre alte Angeklagte vor dem Landgericht Koblenz die Tat gestanden und sich entschuldigt. Er richtete seine Worte der Entschuldigung am gestrigen Dienstag an die als Nebenklägerinnen in dem Verfahren sitzenden Töchter des nach der Attacke gestorbenen Mannes.

Angeklagt ist der seit April in Untersuchungshaft sitzende Mann wegen Totschlags. Er soll im April dieses Jahres in Westerburg im Westerwald seinen mit ihm befreundeten Vermieter nach einem Streit mit einem vier Kilo schweren Lampenständer geschlagen, eine Wendeltreppe hinuntergestürzt und dann nochmal auf das Opfer eingeschlagen haben. Der Vermieter starb noch am Ort an seinen schweren Schädelfrakturen, einem stumpfen Schädel-Hirn-Trauma und hohem Blutverlust. Die Staatsanwaltschaft betonte vor der Strafkammer, der 68-Jährige habe einen Menschen getötet, „ohne Mörder zu sein“.

Nach Angaben des 68-Jährigen hat er das Opfer einst im Rotlichtmilieu kennengelernt. Dieses sei Betreiber eines Bordells in Limburg gewesen und habe ihm die Übernahme eines Hauses im hessischen Löhnberg vorgeschlagen. Aus diesem Haus sei ein Flüchtlingswohnheim geworden, in das er mehrere tausend Euro und Eigenarbeit investiert habe, schilderte der Angeklagte vor Gericht. Er habe nach Thüringen ziehen wollen und Geld für geleistete Arbeit vom Opfer verlangt. Bei dem Streit am Tattag in der Wohnung sei es um noch ausstehende Zahlungen gegangen, nicht aber um die vom Opfer zuvor erfolgte Kündigung der Wohnung des 68-Jährigen. Der Prozess wird nun am morgigen Donnerstag fortgesetzt.