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Widerstand aus der Bevölkerung
Beeden stöhnt unter dem Verkehr

 Beedens Ortsvertrauensfrau Katrin Lauer nahm sich Zeit für die Beschwerden der Bürger über den Autoverkehr im Ort. 
Beedens Ortsvertrauensfrau Katrin Lauer nahm sich Zeit für die Beschwerden der Bürger über den Autoverkehr im Ort.  FOTO: Thorsten Wolf
Beeden. Wildes Parken, zu hohe Geschwindigkeiten in der Hauptstraße - viele Beeder finden ihren Ort längst nicht so idyllisch, wie Besucher glauben. Von Thorsten Wolf

Wenn es um den Autoverkehr in Beeden geht, dann sind die Bürger dort ziemlich sauer. Vor allem die Anwohner der Pirmuniusstraße und der Blieskasteler Straße wollen nun nicht mehr so einfach hinnehmen, was sich vor ihren Haustüren abspielt: Zu schnelle Autos, zu viele Autos, zu viel rechtswidriges Parken.

In einer Bürgersprechstunde in der vergangenen Wochen machten rund 40 Betroffene ihrem Ärger über die aktuelle Situation Luft – und rannten bei Ortsvertrauensfrau Katrin Lauer von den Grünen offene Türen ein. Lauer hatte ins „Sälchen“ der protestantischen Kirche in Beeden eingeladen, um an Beschwerden zu sammeln, was sich da in der Vergangenheit angesammelt hat. Und auch sie selbst sprach schon vieles von dem an, was den Menschen in Sachen Autoverkehr auf dem Herzen liegt. So sei gerade für Fußgänger das Überqueren der Blieskasteler Straße ein großes Risiko, vor allem auch für Menschen mit Geh-Einschränkungen.

Hier konnte Lauer vorab schon mal ankündigen, dass man bei der für diese Landestraße verantwortlichen Kreisverwaltung prüfe, ob ein weiterer Fußgängerüberweg im Bereich des Zunfthauses der Narrenzunft möglich sei. Der bislang einzige Zebrastreifen und die Zone-30 in Höhe der Grundschule sei angesichts der Verkehrsdichte schlicht zu wenig, so Lauer.



Ein weiteres Problem, das sie, wie Lauer schilderte, aus eigener Beobachtung festgestellt habe, sei, dass Autos mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit aus der Pirminiusstraße nach rechts in die Blieskasteler Straße einbiegen würden. Gerade die Pirminiusstraße sollte im Verlauf des Abends dann eine große Rolle spielen: An Kritik an der aktuellen Situation mangelte es dabei nicht. So würde Motorräder „ohne weiteres mit 100“ durch die Straße fahren, war sich eine der Besucherinnen der Bürgersprechstunde sicher.

Alle Anwessenden stimmten überein, dass sowohl in der Pirminiusstraße, als auch in der Blieskasteler Straße zu hohe Geschwindigkeit eines der großen Probleme sei. Lauer: „Ich hab es in der vergangenen Woche mal getestet und bin in der Blieskasteler Straße 50 gefahren. Da gab‘s hinter mir ein großes Hupkonzert. Die Leute sind es überhaupt nicht gewohnt, dass da jemand 50 fährt. “ Nötig seien hier Geschwindigkeitskontrollen – aus dem Rund des Abends kam hier aber auch der Hinweis, dass es vor allem Beeder selbst seien, die sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hielten.

Mit Blick auf die Pirminiusstraße wurde hier die Forderung nach einer Zone-30 und einer Rechts-vor-Links-Regelung aufgestellt. Diese Zone-30 solle sich aber, so Lauer, nicht nur auf die Pirminiusstraße beschränken, sondern dann auch für die Blieskasteler Straße gelten – mit dem Ziel „Mehr Sicherheit, weniger Lärm“.

Denn der Hinweis der Stadtverwaltung, dass eine solche Regelung in der Pirminiusstraße nicht möglich sei, weil es sich hier um eine Durchgangsstraße handele, wies Lauer zurück. Und, so Hans-Peter Breit aus dem Kreis der anwesenden Bürger ergänzend, auch eine 30-Regelung auf einer Landesstraße wie der Blieskasteler Straße sei durchgängig möglich. „Es ist die Frage des politischen Willens und nicht des rechtlichen Könnens. Das Gesetz lässt das zu.“

Was die Bürger am Montag neben den Geschwindigkeiten auch noch sichtlich aufregte, das war die Parksituation in der Pirminiusstraße und in den Anliegerstraßen, so der Kirkeler Straße, der Bliesberger Straße und der Altstadter Straße mit oft auf dem Gehweg parkenden Pkw. In den Fokus rückte hier auch der Betrieb eines Autohauses im Kreuzungsbereich Pirminiusstraße/Saarbrücker Straße und mitunter fehlgeleitete Anliefer-Schwerverkehr für einen Lagerbetrieb in diesem Bereich – die Zufahrt erfolge hier eigentlich über die Beeder Straße.

Als eine mögliche Lösung für die Situation des ruhenden und auch des fließenden Verkehrs in der Pirminiusstraße wurde am Montag die Einrichtung von weiteren ausgewiesenen Parkflächen mit vorgelagerten Beton-Inseln genannt. Auch eine zusätzlich Verkehrsinsel im Kreuzungsbereich Pirminiusstraße/Blieskasteler Straße als Erschwernis für den eigentlich verbotenen Lkw-Durchgangs-Verkehr vom und zum Industriegebiet an der Beeder Straße wurde ins Gespräch gebracht. Auch müsse das bestehende Einfahrtsverbot für Lkw über 7,5 Tonnen in der Pirminiusstraße für die Fahrer deutlicher sichtbar sein. Lauers Vorschlag mit Blick auf die gesamte Verkehrssituation: Unter Einbeziehung eines Einwohner-Gremiums eine Lösung mit allen Verantwortlichen zu finden.

 Obwohl Beeden zu Homburg gehört, hat sich der Ort seine dörflichen Strukturen bewahrt. Um so mehr ärgert es die Anwohner, dass sie Durchgangsverkehr ertragen müssen, der mit Beeden gar nichts zu tun hat.
Obwohl Beeden zu Homburg gehört, hat sich der Ort seine dörflichen Strukturen bewahrt. Um so mehr ärgert es die Anwohner, dass sie Durchgangsverkehr ertragen müssen, der mit Beeden gar nichts zu tun hat. FOTO: Ulrike Stumm