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Gemeinschaftsschule Kirkel
Fokus liegt auf individueller Förderung

 Lehrer Alexander Beer (rechts) zeigte den Oersted-Versuch, bei dem eine Kompassnadel zum Drehen gebracht wird. Lea Goletz, Luisa Schneider und Vivien Schmitz (von links nach rechts) konnten da nur staunen.
Lehrer Alexander Beer (rechts) zeigte den Oersted-Versuch, bei dem eine Kompassnadel zum Drehen gebracht wird. Lea Goletz, Luisa Schneider und Vivien Schmitz (von links nach rechts) konnten da nur staunen. FOTO: Sebastian Dingler
Kirkel. Bei einem Tag der offenen Tür an der Gemeinschaftsschule Kirkel in Limbach konnten am vergangenen Samstag Viertklässler und deren Eltern einen Blick in den Unterricht werfen und sich ein Bild von der Schule machen. Von Sebastian Dingler

Für Viertklässler und ihre Eltern fällt bald die Entscheidung, welche weiterführende Schulform sie besuchen. Relativ spät im Jahr hat die Gemeinschaftsschule Kirkel in Limbach mit einem Tag der offenen Tür für sich geworben. Der Anmeldezeitraum für die weiterführenden Schulen ist nämlich bereits vom 6. bis zum 12. Februar.

Am vergangenen Samstag hatte die Schule ihre Pforten für alle interessierten Eltern und deren Kinder geöffnet. „Wir haben das erst jetzt gemacht, weil wir schon so ein bisschen Tag der offenen Tür beim Adventsbasar hatten“, erklärte Schulleiterin Ursula Luckscheiter. Im Advent finde auch die Abendveranstaltung für die Eltern statt, an der die Schulleitung schon die gleichen Infos über die Schule weitergebe, wie jetzt beim Vortrag am Tag der offenen Tür. Die Direktorin stellte auch jetzt zunächst ganz allgemein das Konzept der Gemeinschaftsschule vor. „Das Ziel eines Gymnasiums ist das Abitur. Die Gemeinschaftsschule bietet dagegen alle drei Bildungsabschlüsse an: Hauptschulabschluss, mittlerer Bildungsabschluss und das Abitur in neun Jahren.“ Somit habe die Gemeinschaftsschule die besseren Voraussetzungen, die Kinder entsprechend ihres Leistungsvermögens, aber auch ihrer Leistungsbereitschaft individuell zu fördern. Und: „Das System ist offen, das heißt, auch die Spätzünder können immer noch aufsteigen“, so Luckscheiter. Der Weg über das Gymnasium bedeute auch höhere Belastbarkeit, weniger Zeit zum Lernen, da werde mehr Stoff in den häuslichen Bereich gelegt. „Das heißt auch, dass weniger Zeit zum Spielen bleibt.“

Dass die Gemeinschaftsschule auch zum Abitur führen kann, ist relativ neu und immer noch nicht überall angekommen bei den Eltern. Derzeit besuchen gerade die ersten Kirkeler Gemeinschaftsschüler die elfte Klasse. Die Oberstufe ist ausgelagert und findet in Kooperation mit den beiden Homburger Gemeinschaftsschulen am berufsbildenden Zentrum (BBZ) statt. „Das liegt zentral und ist mit Bus und Zug wunderbar erreichbar“, meinte die Schulleiterin, die überdies davon berichtete, dass es laut Rückmeldung sehr gut laufe mit der elften Klasse.



Ihr Stellvertreter, Bernd Molitor, übernahm bei der Infoveranstaltung die Aufgabe, die Besonderheiten der Gemeinschaftsschule Kirkel herauszustellen. Das sind vor allem die klassenübergreifenden AGs in den Bereichen Kunst, Natur und Umwelt, Geschichte, Sport und Musik. Zum einen unterhält die Schule eine Band und ein Schulorchester. Damit verbunden ist die Möglichkeit für die Schüler, kostengünstig ein Blasinstrument zu erlernen. Die Geschichts-AG besteht aus Schülern der zehnten Klasse, die sich in Kooperation mit dem Adolf-Bender-Zentrum mit Themen wie Menschenrechte oder Extremismus auseinandersetzen.

Überraschend gut angenommen werde die AG „Jung und Alt“, in der die Schüler dem Seniorenzentrum Limbach Besuche abstatten. Für Mädchen dürfte besonders attraktiv sein, dass die Schule in Kooperation mit dem Reitstall Körner in Altstadt eine AG unter dem Motto „Jugend, Pferde, Freundschaft“ anbietet. Es werde zwar viel gelernt und gearbeitet an der Schule, dennoch kämen Spiel, Spaß und Freizeitaktivitäten nicht zu kurz, meinte Molitor. „Ich glaube, dass all dies dazu beiträgt, dass unsere Schule eine so hohe Akzeptanz genießt.“

Der Tag der offenen Tür beinhaltete natürlich auch offene Klassenzimmer. Unterricht wurde vor allem in Fächern angeboten, die Grundschüler noch nicht kennen, wie etwa Fremdsprachen oder Physik. Da wurden beispielsweise von Physiklehrer Markus Bohl Experimente zum Thema Schall durchgeführt: Er ließ auf dem Trommelfell eines Tamburins Reiskörner tanzen, tauchte eine Stimmgabel in Wasser, sodass diese Wellen produzierte oder zeigte, wie eine Stimmgabel Rußpartikel auf einer Glasplatte in Wellenform brachte. Die Viertklässler machten da natürlich gerne mit. In einem weiteren Physiksaal hatte Lehrer Alexander Beer ein Experiment zum Thema Strom und Magnetismus aufgebaut. Beim so genannten Oersted-Versuch wird mittels Strom ein Magnetfeld erzeugt, sodass sich eine Kompassnadel zu drehen beginnt. Insgesamt war der Tag der offenen Tür gut besucht: „Wir sind zufrieden mit der Resonanz, es waren über 40 Kinder da“, sagte Molitor am Ende.