| 23:10 Uhr

Minister will 25 Millionen Euro investieren
Kirkel wird größter Standort der Saar-Polizei

 Das Ex-Praktiker-Verwaltungsgebäude wird für die Polizei saniert, dazu kommt ein Neubau.
Das Ex-Praktiker-Verwaltungsgebäude wird für die Polizei saniert, dazu kommt ein Neubau. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Pläne für Ex-Praktiker-Gelände massiv erweitert: Bis 2021 entstehen nun acht Dienststellen für 430 Beamte und 150 Fahrzeuge. Die Kosten verfünffachen sich auf rund 25 Millionen Euro. Von Dimitri Taube

Bei den Plänen für den Polizei-Standort in Kirkel auf dem ehemaligen Praktiker-Gelände hat sich in den vergangenen zwölf Monaten fast alles geändert, so der saarländische Innenministers Klaus Bouillon (CDU). Ursprünglich habe man dort eine „kleine Lösung“ geplant, mit Investitionen von fünf bis sechs Millionen Euro. Drei Dienststellen sollten in Kirkel unterkommen: Verkehrspolizei, Bereitschaftspolizei und Diensthundestaffel.

Nach vielen Gesprächen habe sich aber gezeigt, dass eine „große Lösung“ sinnvoller sei, sagte der Minister gestern bei der Vorstellung der neuen Pläne in Saarbrücken. „Große Lösung“ bedeute, dass in Kirkel der größte Standort der saarländischen Polizei entstehen soll – für acht Dienststellen, etwa 430 Beamte, 150 Fahrzeuge und zehn Diensthunde. Die Kosten lägen bei 25 Millionen Euro. Bouillon erwartet, dass bis Herbst 2021 auf 18 000 Quadratmeter Nutzfläche alles fertig ist.

Die acht Dienststellen kommen in die frühere Praktiker-Zentrale, die saniert wird. Neben Verkehrs-, Bereitschaftspolizei und Hundestaffel wechseln fünf weitere Dienststellen nach Kirkel: Polizeilicher Ordnungsdienst, Zentrale Auswerte- und Analysestelle, Haushalts- und Kostenwesen, Polizeiliche Informationssysteme sowie Kraftfahrtwesen. Bouillon zufolge entstehen in dem Ex-Verwaltungsbau ein Empfangs- und Pförtnerbereich, ein Trainingsbereich für die Ausbildung, Lehrsäle sowie Besprechungs- und Funktionsräume. Außerdem ist auf dem Gelände ein Neubau geplant für Kfz-Werkstatt, Hundezwingeranlage mit Quarantäne sowie Funktions- und Präparationsräume für Brandmittel und Sprengstoff.



Bouillon rechnet damit, dass die Landesregierung die Pläne im Mai genehmigt. Noch liefen Gespräche mit Finanzministerium und Landesrechnungshof. Eine Sanierung des bisherigen Standorts auf dem Saarbrücker Wackenberg kostete zwei Millionen Euro mehr. Als große Vorteile des Standorts Kirkel nennt Bouillon „die sehr gute räumliche Infrastruktur, die gute Anbindung an Fernstraßen und an den ÖPNV“. Der Minister sieht eine „Win-win-Situation für alle Beteiligten“.

Die Gewerkschaft der Polizei sieht das etwas anders. Für GdP-Landeschef David Maaß ist die Entfernung zwischen Kirkel und Saarbrücken problematisch. Da der Wackenberg sanierungsbedürftig ist, sei man froh, dass die Bereitschaftspolizei eine neue Unterkunft bekomme. „Aber aus einsatztaktischen Gründen ist das kritisch zu sehen“, findet Maaß. Weil es die meisten Einsätze in Saarbrücken gebe, müssten die Polizisten künftig insgesamt 60 Minuten länger fahren. „Das schlägt sich im Überstundenkonto nieder.“ Deshalb brauche die Bereitschaftspolizei mehr Personal.