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Biosphärenprojekt
Eigentlich hätte jetzt die Natur gerufen

 Für Schülerinnen und Schüler bietet sich in einer Biosphärenregion eine Fülle von Ergänzungen zum Unterricht an.
Für Schülerinnen und Schüler bietet sich in einer Biosphärenregion eine Fülle von Ergänzungen zum Unterricht an. FOTO: HdN
Homburg/Mandelbchtal. Drei Schulen sollten in dieser Woche mit dem Pilotprojekt „Biosphärenschule“ beginnen, aber das wird erst mal nichts. Von Christine Maack

Wenn Stefanie Lagaly vom Biosphärenzweckverband von ihren schönen Plänen berichtet, kommt oft das Wort „eigentlich“ vor: Eigentlich hätten diese Woche die Aktivitäten von drei ausgewählten Biosphärenschulen beginnen sollen. Und eigentlich hätten sich die Lehrerinnen und Lehrer dieser drei saarpfälzischen Pilotschulen auf eine Biosphärenexkursion vorbereiten können. Eigentlich wäre jetzt der Biosphärenbus für nur drei Euro für Schülerinnen und Schüler zu allen Lernorten innerhalb der Biosphärenregion gefahren. Aber nun sind alle schönen Pläne über den Haufen geworfen worden, und Stefanie Lagaly befürchtet, dass auch im Herbst nichts daraus wird: „Es geht derzeit so viel harter Lernstoff verloren, dass der im Herbst vermutlich dringend nachgeholt werden muss. Ich kann mir vorstellen, dass da keine Zeit für eine Biosphären-Projektwoche übrig ist.“

Das wäre schade, so Stefanie Lagaly, zumal sich die Robert-Bosch-Schule, das Christian-von-Mannlich-Gymnasium (beide Homburg) und die Gemeinschaftsschule Mandelbachtal als Pilotschulen im neuen Kooperationsprojekt „Biosphärenschulen“ des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau engagieren.

„Es gibt bundesweit Nationalparkschulen, Naturparkschulen und jetzt auch Biosphärenschulen. Diese Schulen ziehen aus den vorhandenen Ressourcen dieser Landschaften besondere Lernideen. Die Beschäftigung mit der Biosphäre kann zum Beispiel die Fächer Biologie, Physik oder Erdkunde ergänzen, ebenso können Schulprojekte wie Gesunde Ernährung oder Wanderungen zusammen mit dem Biosphärenzweckverband erarbeitet werden.“



Biosphärenschulen, so Lagaly weiter, stehen für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Biosphärenzweckverband Bliesgau und Schulen der Region. Dabei sollen sie wichtige Lernorte für nachhaltige Entwicklung sein, grundlegende Informationen über das Biosphärenreservat vermitteln, regionale Akteure in den Schulalltag einbeziehen und nachhaltige Erlebnisse ermöglichen. Für Kindertagesstätten und Grundschulen gibt es bereits passende Angebote des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau, wie die Fortbildung „BNE-Begleiter/innen im Elementarbereich“, die Bliesgau-Bio-Brotbox-Aktion und die Schulbesuche „Zuhause im Biosphärenreservat“.

„Nun wollen wir bei den Größeren Begeisterung für die Biosphäre Bliesgau wecken, und längerfristig Lust machen, sich für ihre Region und die ganze Welt zu engagieren,“ sagte der Verbandsvorsteher, Landrat Theophil Gallo, bei der offiziellen Auszeichnung an der Robert-Bosch-Schule in Homburg.

Die drei Pilotschulen sind bereits seit vielen Jahren engagiert in Sachen Nachhaltigkeit: Alle drei sind EWAplus Schulen, alle sind Stammgäste im Ökologischen Schullandheim Spohns Haus. „Wir wollen nicht nur über Nachhaltigkeit sprechen, sondern diese aktiv und schülernah umsetzen“, erklärt Anne Deutsch, eine der beiden zuständigen Biosphärenschule-Lehrerinnen an der Robert-Bosch-Schule, die vor allem im Kunstunterricht immer wieder Nachhaltigkeitsaspekte aufgreift und unter anderem mit den Schülern eine Ausstellung zu ihrem Papierverbrauch geschaffen hat.

„Als Biosphärenschule möchten wir mit gutem Beispiel voran gehen, denn Umweltschutz beginnt immer vor der eigenen Haustür!“ ergänzt ihre Kollegin Esther Backes-Rickert.

„Als Unesco-Projektschule mit Schwerpunkt auf der Bildung für Nachhaltigkeit, war es für uns schon immer von großer Bedeutung, die Schüler mit der Biosphäre vor der Haustür vertraut zu machen und damit eine Sensibilisierung für den Wert unseres Lebensraumes zu schaffen. Als Biosphärenschule ausgezeichnet zu werden, ist für uns deshalb eine besondere Ehre.“