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Private Gärten besichtigen
Hier stehen die Gartentore offen

 Für viele Gartenbesitzer ist es eine Freude, anderen Gartenfreunden zu zeigen oder zu erklären, wie man sein Grundstück, den Teich, den Rosengarten oder die Gemüsebeete angelegt hat. 
Für viele Gartenbesitzer ist es eine Freude, anderen Gartenfreunden zu zeigen oder zu erklären, wie man sein Grundstück, den Teich, den Rosengarten oder die Gemüsebeete angelegt hat.  FOTO: Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine Merzig-Wadern
Homburg/Saarpfalz-Kreis. Gartenbesitzer öffnen Ende Mai zur Rosenblüte ihre Tore, hier alle Adressen und Uhrzeiten in der näheren Umgebung auf einen Blick. Von Christine Maack

. Im Mai, wenn alles blüht, steigt die Gartenlust. Das Wetter ist derzeit zwar für Menschen alles andere als einladend, aber der viele Regen ist in den Wäldern, Parks und Gärten nicht unwillkommen. Zumal die Trockenheit vom vergangenen Jahr noch nicht wirklich ausgestanden ist, denn auch Pflanzen haben ein Gedächtnis. Und an Trockenheit und Hitze erinnern sich vor allem größere Bäume und Sträucher.

Im Wald, wo im vergangenen Sommer hauptsächlich die Fichten gelitten haben, geht der Umbau langsamer vonstatten als im eigenen Garten, in dem Gartenfreunde viel unkomplizeirter auf das Verhalten ihrer Pflanzen reagieren und sie an andere Standorte versetzen können. So ist ein Garten nie ein statisches Gebilde, sondern verändert sich mit dem Klima, den Vorlieben der jeweiligen Pflanzen und dem Gestaltungswillen der Gärtner und der Hobbygärtner.

Was die Hobbygärtner betrifft, so veranstaltet der Landesverband Saar-Mosel der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) auch in diesem Jahr wieder das „Offene Gartentor“. Gastgeber sind private Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer aus dem Saarland, der Südwest-Pfalz und dem Raum Trier/Luxemburg/Hunsrück, die ihre Gärten an einem oder mehreren Tagen für das interessierte Publikum öffnen.



Das offene Gartentor zeigt eine Vielfalt an individuellen Gestaltungsideen und pflanzlichen Schwerpunkten. Die Aktion der DGGL möchte dazu beitragen, die Wertschätzung für die private Gartenkultur zu fördern und Inspiration und Freude bei den Besuchern zu wecken.

Viele Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer präsentieren gerne ihre liebevoll und vielseitig gestalteten Gartenreiche und teilen ihre Begeisterung mit anderen Gartenfreunden. Jeder Garten hat seinen Reiz, der die Vorlieben seiner Besitzer widerspiegelt. Die teilnehmenden Gärten werden nicht bewertet, da Geschmack und Vorlieben sehr vielfältig sind. Die jährliche Teilnahme sowie die jeweiligen Öffnungstage und -zeiten können selbst bestimmt werden. Durch neue Gärtnerinnen und Gärtner wird die Aktion immer wieder belebt - genauso wie die Gärten der Vorjahre durch Veränderungen ein neues Gesicht bekommen.

 Die Idee vom ,,Offenen Gartentor“ stammt aus England. Die erste Initiative geht auf das Jahr 1927 zurück. Was in England mit seiner ausgeprägten Gartenkultur längst eine breite Masse begeistert, entwickelt sich auch in Deutschland zu einem Trend. Innerhalb weniger Jahre haben sich bundesweit unzählige ,,Offene Pforten“ etabliert, die Eintritte sind in den meisten Fällen frei. Die erste Initiative in Deutschland startete 1989 in Hannover. Zusammen mit mehreren Gartenbau- und Denkmalschutz-Vereinen konnten bereits im ersten Jahr 25 Gärten geöffnet werden. Heute sind Aktionen der ,,Offenen Pforte“ über das ganze Bundesgebiet verbreitet.

Beim Landesverband Saar-Mosel der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur nennt sich die Aktion ,,Das offene Gartentor“. Hier die Daten und Adressen in der näheren Umgebung:

Oberbexbach, Zum Folloch 36: Am 30. Juni, von 11 bis 18 Uhr, sowie nach telefonischer Vereinbarung (Tel.: (0 68 26) 8 03 56 zeigen Marianna und Reiner Deckarm ihren naturnahen Hausgarten, etwa 550 Quadratmeter mit Kiefern, Eiche, Nadelbäumen, Obstbäumen. Ergänzt wir der Garten durch einen Sonnenbereich mit verschiedenen Rosen, mediterranen Kleinstrauchgewächsen und Stauden. Schattenbereiche mit Farnen, Hosta, Heuchera, Heidelbeeren sind zu bewundern. Ein kleiner Naturgartenbereich und eine Ausstellung von Kunsthandwerk runden den Gartenbesuch ab.

Ingweiler, Bliesweg 4: Am 30. Juni von 10 bis 18 Uhr lädt Karin Heinzel in ihren Garten rund um ein denkmalgeschütztes Bauernhaus aus dem Jahr 1715 ein. Dazu gehören eine Zehntscheune, ein Hausbaum und 20 Duftrosen. Auf der anderen Straßenseite liegen zwei weitere Gärten von Karin Heinzel: ein Staudengarten mit blühenden Sträuchern, Rosen, Azaleen und Sommerblumen sowie ein naturbelassener Garten mit Wildrosen, Trockenpflanzen, Heil- und Küchenkräutern.

Zweibrücken-Ixheim, Kirchbergstr. 40: Am 23. Juni von 10 bis 18 Uhr und am 30. Juni 10 bis 18 Uhr öffnet Ursula Rücker ihren parkähnlichen Garten von 10 000 Quadratmetern mit verschiedenen Gartenteilen: Felsbereich, Wassergarten, Rosengarten, Heideweg, Irishügel, Kräutergarten, Gehölze und Stauden. Der Park ist so perfekt, dass er sich kaum von einer Profi-Anlage unterscheidet.

Zweibrücken Hengstbacher Str. 83: Nach telefonischer Vereinbarung öffnet Marcela Knerr, Tel.: (0 63 32) 90 54 09 ihren in drei Zonen unterteilten Naturgarten. Es gibt in Zone eins einen Gemüse- und, Kräutergarten, Zone zwei ist ein Bereich, in dem durch das Abmagern des Bodens eine Artenvielfalt entstehen soll, und in Zone drei gibt es Wasser: einen Bachlauf mit Naturwiese. Besuch des Kräuterlädchens ist möglich, sowie Kostproben von selbstgemachten Kräuterprodukten.

Blieskastel-Mimbach, Pfarrhaus, Pfarrgasse 2: Am 30. Juni von 14 bis 18 Uhr zeigt Pfarrerin Ines Weiland-Weiser ihren barocken Bauerngarten, etwa 1 600 Quadratmeter im ehemaligen Pfarrgarten, Hochbeete mit Trockenmauern, Sträuchern, Beeren, Kräuter-, Gemüse und Blumenbeete, Sitzgelegenheiten. Es gibt auch Kaffee und Kuchen für die Besucher.

Blieskastel-Mimbach Breitfurter Str. 43 und 45: Am 30. Juni von 11 bis 18 Uhr öffnen Rita und Gerhard Klein ihren Bauerngarten mit altem Baumbestand (Roteiche, Tulpenbaum, Ginkgo), verschiedenen Gehölze, Szechuanpfeffer, Beerensträucher, Stauden, Rosenbögen, viele Heil- und Küchenkräuter.

Blieskastel-Wolfersheim, Wolfharistraße 88: Am 30. Juni von 11 bis 17 Uhr zeigt Bernadette Baumann ihren 1500 Quadratmeter großen Bauerngarten mit Gemüse, Stauden, Obstbäumen und Sträuchern, Kompostanlage. Ziegenhaus, -gatter und -wiese. Für die Besucher gibt es Butterbrote.

Erftweiler-Ehlingen, Im großen Brühl 30: Am 30. Juni von 10 bis 18 Uhr zeigen Gerd Rau und Petra Eichhorn-Rau ihren 600 Quadratmeter großen Staudengarten. Dazu viele Hochstamm-Rosen, Laubengang mit Kletter-Rosen und Fuchsien. Vielfalt an Taglilien, Sonnenhüten, Dahlien und Sommerblumen.

 Französischer Rosengarten
Französischer Rosengarten FOTO: Jana Bohlmann
 Nicht nur bei Pflanzen und Wasserläufen, auch bei der Gestaltung von schönen und romantischen Sitzplätzen im Garten kann man sich bei den Besuchen in Privatgärten inspirieren lassen. 
Nicht nur bei Pflanzen und Wasserläufen, auch bei der Gestaltung von schönen und romantischen Sitzplätzen im Garten kann man sich bei den Besuchen in Privatgärten inspirieren lassen.  FOTO: Verband der Gartenbauvereine / M.Lambert-Debong